Cantilever-Bremse richtig einstellen

cantilever-bremse-richtig-einstellenCantilever-Bremsen gibt es schon seit vielen Jahren auf dem Markt. Häufig tritt im Zusammenhang mit dieser Bremsenart auch die Bezeichnung „V-Brake“ auf. „V-Brakes“ von Shimano und Cantilever-Bremsen ähneln sich durchaus in ihrer Wirkungsweise, verfügen aber über eine etwas andere Bauweise. Beide Bremsen gehören zu dem Oberbegriff „Felgenbremsen“. 

Die früher recht ausladende Bauart der Cantilever-Bremsen wurde in den 90er Jahren durch „Low-Profile“-Modelle verdrängt. Aus diesem Grund beschäftigt sich die nachfolgende Anleitung ausschließlich mit der „Low-Profile“-Ausführung der Cantileverbremsen.

Cantilever-Bremsen begegnen uns in freier Wildbahn nur noch recht selten. Mittlerweile werden V-Brakes und Scheibenbremsen häufiger verbaut. Dabei hatten die Cantilever-Bremsen durchaus ihre Daseinsberechtigung. Allerdings führten häufig nicht korrekt eingestellte Bremsen fälschlicherweise zu der Annahme, dass man mit Cantilever-Bremsen keine anständige Bremswirkung erzielen kann.

Funktionsweise von Cantilever-Bremsen

Die Bremse verfügt über zwei voneinander getrennte Bremsarme, auf jeder Seite der Felge. Jeder Bremsarm verfügt über einen eigenen, unabhängigen Sockel. Verbunden sind die Arme über einen Querzug, der seineszeichens wiederum mit dem Bremszug verbunden ist. Bei einigen Modellen ist dieser Bremszug bereits die Hälfte des einen Querzugs und dann direkt mit einem Bremsarm verbunden.

Info: V-Brakes benötigen keinen Querzug!

Das richtige Einstellen von Cantilever-Bremsen

Der Bremsvorgang beginnt bereits beim Bremshebel. Stellen Sie zunächst sicher, dass die Hebel ordnungsgemäß beweglich sind. Die Bremshebel dürfen nicht klemmen und müssen leicht wieder in ihre Ausgangsstellung zurückkehren. Eventuell müssen Sie die Lagerstellen einmal reinigen und fetten.

Das wichtigste Merkmal einer korrekt eingestellten Cantilever-Bremse ist der Winkel von Y-Seil und Bremshebel. Dieser sollte bestenfalls exakt 90° betragen. Ist der Winkel kleiner, wirkt die Bremse etwas zu weich. Das bedeutet, dass mehr Kraftaufwand nötig ist um die Bremse zu betätigen. Der Hebelweg ist länger. Beträgt der Winkel mehr als 90°, ist die Bremswirkung etwas härter. Als Optimum hat sich ein Hebelweg von etwa ¼ ergeben. Das heißt: Wenn Sie den Bremshebel mit der Hand betätigen, spricht die Bremse nach etwa ¼ des maximal möglichen Weges an (100% wäre ein bis zum Anschlag gezogener Bremshebel).

Stellen Sie die Bremsklötze auf beiden Seiten so ein, dass diese den identischen Abstand zur Felge aufweisen. Der Abstand sollte etwa einen Millimeter betragen. Keinesfalls sollten die Bremsklötze bzw. Bremsschuhe an der Felge schleifen. Bei den meisten Cantilever-Bremsen werden die Klötze über das Verstellen der Rückholfeder justiert. Mit einem Schraubendreher wird die Feder am Anlenkpunkt des Bremshebels eingestellt.   

Manchmal lohnt es sich auch vorab das Laufrad zu kontrollieren. Wenn dieses nicht korrekt zentriert ist, können auch die Bremsen kaum richtig eingestellt sein.

Tipp: Achten Sie bei Kauf von Fahrradteilen darauf, dass alle Komponenten miteinander kompatibel sind. Cantilever-Bremsen benötigen bestimmte Bremsbeläge, Bremshebel und Sockel, die aufeinander abgestimmt sind – einen V-Brake Bremshebel können Sie nicht mit einer Cantilever-Bremse kombinieren. Verschiedene Hersteller zu kombinieren ist nicht immer möglich.