Sattelstütze am Fahrrad montieren

sattelstuetze-am-fahrrad-montierenDie Sattelstütze ist ein unscheinbares, aber dennoch nicht zu unterschätzendes Bauteil an Ihrem Fahrrad. Es gibt viele unterschiedliche Modelle für Rennräder, Mountainbikes oder auch handelsübliche Citybikes. So finden Sie mit einer an Ihre Körpergröße und Bedürfnisse angepassten Sattelstütze im Zusammenspiel mit komfortablem Sattel und Fahrradlenker schnell die optimale Sitzhaltung. In der folgenden Anleitung geben wir Ihnen Hinweise zur Montage sowie umfangreiche Tipps, auf welche Details Sie schon vor dem Kauf unbedingt achten sollten.

Welche Aufgabe übernimmt die Fahrrad-Sattelstütze?

Mithilfe der Fahrradsattelstütze, welche abhängig vom verwendeten Material meist nur wenige hundert Gramm wiegt, kann die Höhe des Sattels je nach Körpergröße und gewünschter Sitzposition optimal eingestellt werden. Das stabile Rohr bildet die Verbindung zwischen Fahrradsattel sowie Rahmen und wird meist durch eine Klemme nebst Schnellspanner am Rahmen befestigt. So können Sie die Sattelhöhe auch während der Tour einfach und ohne Werkzeug verstellen. Der Winkel, in welchem der Sattel am sogenannten Sattelkloben angeschraubt wird, kann in der Regel ebenfalls variabel bestimmt werden. Mit einer perfekt eingestellten Sattelstütze sowie dem richtigen Sattel können Sie auch lange Ausflüge mit dem Fahrrad ohne körperliche Beschwerden entspannt genießen.

Wie unterscheiden sich die einzelnen Modelle voneinander?

Im Handel finden sich verschiedenste Fachbegriffe wie Sattelkerze, Patentsattelstütze, Vario-Sattelstütze (Teleskopsattelstützen) oder aber auch gefederte Sattelstütze bzw. Federsattelstzütze. Nachfolgend erläutern wir Ihnen die maßgeblichen Unterschiede.

Was ist eine Sattelkerze?

Traditionell wurden bis weit in die 90er Jahre hinein sogenannte Sattelkerzen aus Stahl oder Aluminium verbaut. Bei dieser Bauart wird das Rohr auf der einen Seite passgenau am Fahrradrahmen eingesteckt, während die andere Sattelstützseite nach oben hin wesentlich schmaler verläuft. Auf diesen verjüngten Bereich wird dann der Sattelkloben aufgesetzt und entsprechend befestigt. Bei starker Beanspruchung kann es hier durchaus passieren, dass sich der Sattel ungewollt in seiner Position verstellt.

Was ist eine Patentsattelstütze?

Sicher haben Sie auch schon einmal den Begriff "Patentsattelstütze" gehört. Doch was ist das überhaupt? Bei diesem Modell sind Rohr und Kloben aus einem Guss und bilden somit eine äußerst stabile Einheit. Der untere Teil des Sattels, das sogenannte Sattelgestell, wird dann nur noch mithilfe einer oder zwei Schrauben an der Sattelstütze befestigt. Die Sattelneigung lässt sich meist stufenlos verstellen und ist für den Hobbyfahrer in der Regel völlig ausreichend.

Speziell gefederte Sattelstützen bzw. Federsattelstützen

Um den Komfort gerade bei Fahrten im Gelände zusätzlich zu steigern, bietet sich eventuell der Einbau einer gefederten Sattelstütze an. Hier muss jedoch gesagt werden, dass schon beim Aufsitzen durch das Fahrergewicht die Funktion der Feder deutlich gemindert wird und sodann nur noch eine geringe Abfederung bei Schlaglöchern erfolgen kann. Diese Art der Sattelstütze sollte möglichst zusätzlich zu anderen Federsystemen am Fahrrad verbaut werden und so unterstützend wirken.

Vario Sattelstützen

Bei hydraulischen Vario-Sattelstützen, die häufig bei Mountain- und Endurobikes zu finden sind, funktioniert die Höhenverstellung in etwa wie bei einem Bürostuhl. Hier wird die Höhe ganz einfach per Knopfdruck oder durch Betätigung eines Hebels am Fahrradlenker verstellt und bietet so verschiedenste Möglichkeiten der Sitzanpassung. Bei mechanischen Systemen erfolgt die Einstellung über einen Hebel unter dem Sattel. Die Vario Sattelstützen bestechen durch ihr äußerst geringes Gewicht und ihr modernes Design. Bekannte Hersteller von Vario Sattelstützen sind bspw. RockShox oder auch der amerikanische Hersteller KindShock. Dieser bietet meist mechanische Sattelstützsysteme an, die über einen klassischen Seilzug funktionieren und gegenüber dem hydraulischen System wesentlich robuster und deutlich wartungsärmer sind.

Montage einer handelsüblichen Patent-Sattelstütze

Da dies die wohl am häufigsten verbaute Sattelstützart ist, zeigen wir Ihnen anhand dieser, wie der Einbau möglichst schnell und einfach gelingt.

Als erstes sollten alle Schrauben und Verbindungsteile gut eingefettet werden, um etwaige Rostbildung schon von Anfang an zu vermeiden. Anschließend muss das untere Rohr der Patentsattelstütze in das Rohr des Fahrradrahmens eingeführt und mithilfe eines Schnellspanners oder eines Schraubsystems befestigt werden. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass Außendurchmesser der Sattelstütze und Innendurchmesser des Sitzrohres optimal zueinander passen und beim Zusammenschieben nur wenig Spiel haben. Für normale Citybikes ist ein Rohrdurchmesser von 25,4 mm (1 Zoll) die Regel, Rennräder haben dagegen meist einen Durchmesser von 27,2 mm. Messen Sie also vor dem Kauf den Umfang des Rohres genau aus.

Die Feststellschraube am Sattelkloben muss nun soweit gelockert werden, dass die obere Halbschale ganz einfach abgenommen werden kann. Sodann wird das Sattelgestell in die vorhandenen Führungsschienen eingelegt und die obere Schale passgenau wieder aufgelegt. Jetzt kann die Verbindungsschraube fest angezogen werden. Bei zwei Schrauben sollten beide abwechselnd Stück für Stück eingedreht werden, damit die Verzahnung optimal greifen und der Sattel, im Idealfall mithilfe einer Wasserwaage, entsprechend ausgerichtet werden kann. Nach einigen Kilometern Fahrt mit dem Bike sollten alle Schraubverbindungen nochmals kontrolliert werden. Die Montage einer handelsüblichen Patent-Sattelstütze ist also auch für den Laien ohne großes Fachwissen problemlos machbar.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Anleitung ein paar hilfreiche Tipps zum Einbau einer neuen, modernen Sattelstütze geben konnten. Passende Modelle finden Sie hier in unserem Fahrradteile Online Shop.