Öl auf Bremsbelägen und Bremsscheibe

oel-auf-bremsbelaegen-bremsscheibeIn diesem Blog-Beitrag gehen wir der Aussage bzw. These nach, dass bzw. ob Öl auf der Scheibenbremse die Bremsbeläge und Bremsscheibe tatsächlich unbrauchbar macht. Das Kurbelix-Expertenteam bietet hier die passende Lösung.

Problem mit Öl auf der Scheibenbremse

Speziell, wenn etwas flott erledigt werden muss, passiert oftmals ein dummer Fehler oder Missgeschick. Schnell vor der Fahrradtour noch etwas Öl auf die Kette und los geht’s. Wer jedoch nicht konzentriert bei der Sache ist, vertut sich schnell mal und schon geht der Sprühstoß Kettenöl nicht auf den Antriebsstrang, sondern leider komplett auf die Bremsscheibe der gegenüberliegenden Seite. Wenn Sie diesen Ausrutscher schnell genug merken, können Sie mit viel Glück noch das Schlimmste verhindern. Reinigen Sie die Bremsscheibe dann schnell und sorgfältig mit Isoropyl-Alkohol, bevor die Ölschicht die Bremsbeläge komplett durchtränkt. Seien Sie auch mit fettigen Fingern vorsichtig: Mit diesen auf die Bremsscheibe zu fassen, ruft das gleiche unerwünschte Ergebnis hervor. Wenn die Bremsbeläge auch nur einmal mit Öl oder Fett in Kontakt gekommen sind und sich vollsaugen konnten, reduziert sich die Bremswirkung quasi auf null. Dies ist sehr gefährlich – gerade in brenzligen Situationen muss die Bremse auf Anhieb funktionieren. Die Bremsbetätigung in einer Gefahrensituation, die dann im ersten Moment ohne Geschwindigkeitsreduzierung erfolgt, kann kritisch werden.  

Wenn die Bremsbeläge komplett schmutzig und verunreinigt sind, müssen Sie die Beläge unbedingt austauschen und die Bremsscheibe reinigen. Falls Sie unterwegs sind, wenn Ihnen dieses Missgeschick passiert, gerade keine Ersatzbeläge dabeihaben und die Fahrradtour aber zwingend weitergehen muss, lesen Sie unsere nachfolgenden Tipps. Wir haben diverse Schrauberempfehlungen getestet und berichten Ihnen gerne von unseren Ergebnissen.

Kurbelix-Expertentipp: Kettenöl aus der Dosierflasche

Sie können die Gefahr verölter Bremsbeläge bzw. Bremsscheiben extrem reduzieren, indem Sie ein Kettenöl aus der Dosierflasche nutzen. Bei einer herkömmlichen Sprayflasche gehen bei Nutzung teils mal eben schnell ein Großteil daneben. Wer jedoch auf Sprayflaschen schwört, sollte darauf achten, dass nur auf die Kette unterhalb der Kettenstreben in Fahrtrichtung gesprüht wird.

Was hilft denn nun tatsächlich bei Öl auf den Bremsbelägen oder der Bremsscheibe?

  • Heiß bremsen - Wem ein kleines Missgeschick in Sachen Öl passiert und die Bremsbeläge am Bike etwas verölt sind, denkt man oftmals „Das geht gleich weg, wenn ich erst mal fahre und bremse. Das fährt sich schon ein und alles ist gut.“ Dem ist aber nicht so. Wir haben es getestet: Egal, wie oft und wie stark bzw. heiß wir bremsten – die Bremsleistung ist im absoluten Minimum bzw. noch niedriger; also schon gefährlich schwach. Diese These also unbedingt streichen – unser Fazit: Lebensgefährlich! Es hat nichts gebracht!
  • Ausbrennen - Oftmals liest man auch, dass man mit Feuer das Öl aus dem Bremsbelag brennen könnte. Klingt ja vielversprechend heiß – aber ob es auch klappt? Das Kurbelix-Team hat die Beläge in einem Metallbehälter mit Reinigungsalkohol übergossen und angezündet (bitte machen Sie das NICHT zu Haus nach!). Jedoch hat das Feuer nichts gebracht: Beim anschließend durchgeführten Bremstest war immer noch eine sehr starke Verzögerung zu spüren; die Bremswirkung ungenügend – so wie zuvor. Unser Ratschlag: Wechseln Sie verölte Beläge auf jeden Fall.
  • Abschleifen - Nun haben wir die Bremsbeläge ordentlich mit Schleifpapier bearbeitet und geschliffen. Dann ging es wieder raus auf das Testgelände zum nächsten Bremsversuch: Die Bremsleistung des Fahrrades war tatsächlich einen Hauch besser als vorher. Jedoch wirklich nur minimal. Egal wie fest wir den Bremshebel zugedrückt haben, ein Blockieren des Hinterrades war absolut nicht möglich. Damit sollte man sich auf keinen Fall ins Gelände trauen.