Checkliste: Gebrauchtes Fahrrad kaufen

checkliste-gebrauchtes-fahrrad-kaufenÄhnlich wie beim Auto gibt es viele, und zum Teil auch gute Gründe, sich für ein gebrauchtes Fahrrad zu entschieden. Selbstverständlich ist der finanzielle Aspekt oftmals nicht unerheblich. In Bau- und Supermärkten gibt es günstige Einsteigermodelle. Allerdings kommt der geringe Preis zumeist nicht von ungefähr, diese Angebote beinhalten in der Regel auch nicht besonders hochwertige Bauteile. Dies kann unter Umständen zeitnahe Kosten nach sich ziehen, zum Beispiel weil etwas kaputt geht oder zügig verschleißt. Für ein Mittelklassemodell sollte man im Fahrradfachgeschäft schon mindestens etwa 700 Euro einplanen. Nun kommt es darauf an, in welcher Intensität sowie Art und Weise das Fahrrad genutzt werden soll. Für gelegentliche Kurzstrecken oder als Zweitfahrrad kann ein preisgünstiges Modell durchaus ausreichend sein. Bei intensiverer Nutzung ist es jedoch ratsam, dass auf eine gewisse Qualität geachtet wird. Diese kann den Fahrkomfort entscheidend positiv beeinflussen, hochwertige Fahrradteile bieten Sicherheit und sind oftmals weniger verschleißanfällig. Das hat in der Regel seinen Preis. Wer nicht allzu tief in die Tasche greifen aber dennoch nicht auf eine gewisse Qualität verzichten möchte, kann sich auf Schnäppchenjagd im Gebrauchtwarensektor begeben. Damit sich dieses Unterfangen kostentechnisch nicht zum Bumerang entwickelt, gilt es einiges zu beachten.

Darauf sollten beim Kauf eines gebrauchtes Fahrrad achten

  1. Bevor es an die Beurteilung der einzelnen Bauteile geht, sollten Sie sich zunächst vergewissern, dass das Fahrrad nicht geklaut wurde. Insbesondere bei scheinbar außergewöhnlich günstigen Angeboten sollten Sie zumindest misstrauisch werden. Am besten lassen Sie sich die Quittung zeigen oder mitgeben. Auch andere Belege, wie zum Beispiel regelmäßige Checks und Wartungsarbeiten in einer Fachwerkstatt, tragen zur Vertrauenswürdigkeit bei und legen zugleich Zeugnis über eine gewisse Pflege und Qualität ab.
  2. Generell sollte das Bike bestenfalls einen guten allgemeinen Eindruck machen. Wer sein Fahrrad verschmutzt und ungepflegt zum Verkauf anbietet, hat es vermutlich in der Zeit vorher auch nicht besonders anständig behandelt. Natürlich ist es kein Problem das Zweirad dann selbst zu säubern, aber das dauerhafte Fahren mit Schmutzpartikeln fördert den Verschleiß enorm – auch bei augenscheinlich hochwertigen Komponenten.
  3. Im Einzelnen prüfen Sie zunächst den Fahrradrahmen. Dieser ist das grundlegende Gerüst des Bikes und sollte in gutem Zustand sein. Der Fahrradrahmen sollte keine Dellen oder Ähnliches aufweisen. Ein wenig Rost ist nicht unüblich, allerdings sollten Sie sich die betroffenen Stellen ganz genau anschauen. Oberflächlichen Rost können Sie mit ein paar Tricks ganz einfach selbst entfernen.
  4. Wenn Kaufbeleg, allgemeiner Eindruck sowie Rahmen in Ordnung sind, können Sie sich den einzelnen Bauteilen widmen. Folgende Komponenten sollten in jedem Fall untersucht werden:
    - Prüfen Sie ob die beiden Lichter, vorne und hinten, funktionieren.
    - Welchen Eindruck macht die Fahrradkette? Ist sie gepflegt oder ist bereits Verschleiß erkennbar?
    - Schauen Sie sich die Speichen, Fahrradreifen und das Profil genauer an. Sind Risse an der Reifenflanke erkennbar? Bei dieser Position kann es gut möglich sein, dass Sie in ein neues Gummi investieren müssen. Eine Anlage, die sich aber in aller Regel lohnt und auch im Komfort und in der Sicherheit bezahlt machen kann.
    - Werfen Sie auch einen Blick auf alle anderen Komponenten: Schutzblech, Federelemente, Züge etc. Um den einen oder anderen Austausch werden Sie beim Kauf eines gebrauchten Fahrrads vermutlich nicht drum herum kommen. 
  5. Eine abschließende Probefahrt ist absolut unerlässlich! Selbst wenn das Bike technisch einwandfrei ist – es muss auch zu Ihnen passen und Sie müssen sich bei der Fahrt wohlfühlen. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich überprüfen, ob die Räder schön rund laufen. Schalten Sie sich am besten auch einmal durch alle Gänge. Der Gangwechsel sollte reibungslos und geschmeidig funktionieren. Verschieden harte Bremsvorgänge lassen Rückschlüsse auf den Zustand dieses Elements zu. Im Zweifel sollten Sie sich die Beläge einmal genauer ansehen.

Fazit - Gebrauchtes Fahrrad kaufen

Wer Geld sparen möchte, ohne auf eine gewisse Qualität zu verzichten, ist mit dem Kauf eines gebrauchten Fahrrads gut beraten. Allerdings fallen auch hier die Schnäppchen nicht vom Himmel. Ein gutes Bike aus zweiter Hand hat seinen Preis. Eine genaue Prüfung ist empfehlenswert, um eventuelle Folgekosten einschätzen zu können. Wer sich unsicher ist, sollte besser noch eine zweite Person zur Besichtigung mitnehmen: Vier Augen sehen schließlich mehr als zwei.    

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