Im Winter den E-Bike Akku richtig einlagern

im-winter-e-bike-akku-richtig-einlagernÜber die kalte Winterzeit werden die meisten Fahrräder und auch E-Bikes im Keller oder Fahrradschuppen eingelagert. Generell ist das absolut in Ordnung und schadet dem Bike nicht. Jedoch sollten Sie als E-Bike-Besitzer darauf achten, dass der Akku nicht vernachlässigt und dadurch tiefenentladen wird. Dies könnte die Batterie sonst dauerhaft beschädigen. In diesem Blog-Beitrag hier erläutern wir leicht verständlich, wie Sie einen E-Bike-Akku im Winter optimal pflegen.

Haltbarkeit von E-Bike-Akkus

Im Laufe der Jahre lässt die Ladekapazität eines E-Bike-Akkus durchaus nach. Wie bei anderen Akkus, z.B. am Handy u.ä. nagt auch hier der Zahn der Zeit: Jeder Lithium-Ionen-Akku verliert die geladene und gespeicherte Energie nicht nur durch die Nutzung: Ein kleiner Teil der Energie geht auch durch die Selbstentladung verloren. Die Selbstentladungsrate ist tatsächlich sehr gering. Jedoch reicht diese, um dem Akku nicht weiter verwendbar zu machen.

Wenn auf dem Computer der Akku als leer angezeigt wird, bedeutet dies nicht, dass die Batterie vollständig entladen ist. Es wird mit der Anzeige aber angezeigt, dass der Akku-Ladezustand kurz vor dem Bereich ist, an dem die Zellen im Akku Schaden nehmen können. Die Entladeschutzschaltung von Lithium-Ionen-E-Bike-Akkus stellt sicher, dass ein bestimmter Lade-Level erhalten bleibt. So wird verhindert, dass der Akku beim E-Biken nicht geschädigt wird. Auch eine kurzzeitige Einlagerung ist so möglich. Jedoch bewahrt die Entladeschutzschaltung den Akku nicht vor Folgen einer Selbstentladung bei längerer oder falscher Lagerung. Wenn der Ladelevel des Akkus unter das entsprechende Minimum sinkt, folgt die Tiefenentladung – der Akku ist dann nicht mehr zu retten und muss ausgetauscht werden.

Beispiel einer Tiefenentladung vom E-Bike-Akku

Hier mal ein kleines anschauliches Beispiel zum Thema Tiefenentladung. Wir nutzen für dieses Beispiel einen 504 Wh starken Shimano-Akku. Wenn Sie diesen neu und voll geladen bei Seite legen und längere Zeit nicht nutzen, können Sie rein rechnerisch davon ausgehen, dass der Akku-Ladezustand nach 13,6 Monaten auf 0 Prozent sein wird und der Minimallevel erreicht ist. Da der Akku sich nun selbstentladen hat, startet dann der Prozess der Tiefenentladung. Sie können den Akku zwar wieder laden; dann kann er noch 10,7 Monate lagern, aber die Batterie wird sich nicht wieder erholen.

Theoretisch kann also ein neuer 504 Wh starker Shimano-Akku bis zu 27 Monate aufbewahrt werden. Dies gilt jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Unterschiedliche Faktoren sind für die Entladungsrate tatsächlich entscheidend. Hierfür zählt die Qualität des Akkus, aber auch das Alter. Noch dazu sollte ein E-Bike-Akku sowieso nicht komplett voll bzw. komplett leer eingelagert werden. Optimal ist ein Ladezustand mit 30 bis 70 Prozent. Wenn Sie vorab bereits wissen, dass der Akku längere Zeit nicht genutzt wird, sollte Sie dies berücksichtigen. Bei manchen Akkus wird der Ladezustand mittels einer LED-Ladestandsanzeige gezeigt; zwei bis drei LEDs bestätigen dann einen optimalen Ladezustand für eine längere Lagerung. Wenn der Ladezustand im passenden Bereich liegt und die Lagerungsbedingungen passen, kann die Batterie sich selbst überwachen.

E-Bike Akku perfekt einlagern

Die gesamten Lagerungsbedingungen beeinflussen die Entladungsrate am E-Bike-Akku. Generell sind Akkus immer temperaturempfindlich – sowohl im hohen als auch im niedrigen Temperaturbereich. Minus 10 Grad und kälter sind ebenso schädlich wie Temperaturen von über 40 Grad. Auch eine nur kurze Lagerung im falschen Temperaturbereich kann denn Energiespeicher gefährlich beschädigen. Der renommierte Hersteller Shimano z.B. gibt an, dass die Akku-Lebensdauer extrem verkürzt werden kann, wenn der Akku auch nur ca. 4 Stunden bei Temperaturen zwischen 40 bis 60 Grad gelagert wird. Solch eine hohe Gradzahl kann schnell erreicht werden: Wenn Sie z.B. einen Ersatzakku im Sommer in der Sonne oder im Innenraum Ihres Autos liegen lassen – dann ist solch eine Hitze vorprogrammiert. Ebenso ist eine Aufbewahrung von über 20 Stunden bei unter minus 20 Grad absolut schädlich für den Akku.

Am sinnvollsten ist es tatsächlich, den Akku bei Temperaturen zwischen 0 und 20 Grad aufzubewahren. Optimal sind hier etwa 10 Grad als goldene Mitte zu sehen. Noch dazu sollte der Lagerort wirklich trocken sein. Bei solch einer Lagerung können Sie sicher sein, dass der Akku langsamer altert. Falls Sie über einen Weinkeller verfügen, haben Sie hiermit den perfekten Ort für eine optimale Akku-Lagerung und nicht nur für einen guten Tropfen Wein.

E-Bike-Akku für längere Lagerung ausbauen

Den Akku können Sie eigentlich nur bei wirklich optimalen Bedingungen am E-Bike belassen; wenn es also wirklich sehr trocken ist und die Temperaturen gleichbleibend. Diese Konditionen sind jedoch sehr selten, daher ist es besser, den Akku für die Lagerung am besten auszubauen. Sonst gehen Sie das Risiko ein, dass sowohl die Pole als auch die Kontakte oxidieren und später korrodieren. Daher ist es sehr wichtig, die Kontakte zusätzlich mit etwas Batteriepolfett oder technischer Vaseline zu schützen.

Akku direkt am Ladegerät lagern sinnvoll?

Generell können Sie einen E-Bike-Akku während der Lagerung direkt am Ladegerät lassen. Bzgl. einer Selbstentladung brauchen Sie sich keine Gedanken machen, da die modernen Lithium-Ionen-Akkus mit einem Batteriemanagementsystem ausgestattet sind, welches die Selbstentladungsrate überwacht. Noch dazu werden vom System potenzielle Risiken erkannt, z.B. die Gefahr einer Akku-Tiefentladung oder auch einer Überladung. Im Prinzip kann man aber sagen, dass eine Lagerung direkt am Ladegerät keine Vorteile bringt. Jedoch birgt diese Vorgehensweise aber eher einige Risiken: Ein Elektrobrand könnte aufgrund eines Defekts an der Steckdose oder am Ladegerät entstehen. Außerdem reduzieren Sie Ihre Stromkosten, wenn der E-Bike-Akku nicht ständig am Ladegerät angeschlossen ist. Es setzt sonst bei 100 % Ladezustand die Erhaltungsladung ein, wenn der Akku durchgehend am Ladegerät „hängt“. Auf diese Art und Weise wird unnötig Energie verbraucht; umweltfreundlich ist es noch dazu auch nicht.

Akku aus dem Winterschlaf holen – worauf ist zu achten?

Wenn Sie nun den Akku nach der Winterzeit wieder „zu Leben erwecken“ möchten, um wieder auf Ihr E-Bike zu steigen, können Sie den Akku nehmen und diesen direkt an Ihr E-Bike wieder einbauen und losfahren. Lithium-Ionen-Akkus haben - anders als alte Batterien - keinen Memory-Effekt, somit kann die Batterie unabhängig des aktuellen Ladezustandes geladen werden. Hier brauchen Sie sich auch keine Gedanken machen: Es schadet dem Akku nicht, er verliert auch keine Kapazität.

Jedoch freut sich Ihr E-Bike-Akku auch, wenn er vorsichtig auf seine Arbeit vorbereitet wird. Es ist gut und sinnvoll, wenn Sie das Batteriemanagementsystem nach einer längeren Lagerung bei der Kalibrierung und Berechnung der Akku-Kapazität unterstützen. Hierzu den Akku einmal komplett aufladen und wenn er voll ist, entsprechend ins E-Bike wieder einbauen. Den Akku erst dann wieder laden, wenn er einmal vollständig leergefahren wurde.