Ist ein E-Bike wirklich nur was für faule Menschen?

ist-ein-e-bike-wirklich-nur-was-fuer-faule-menschenWenn man erzählt, dass man sich nun auch ein E-Bike „gönnen“ möchte, hört man oftmals „Ein E-Bike ist doch nur was für faule Menschen“, „Bist Du zu faul zum selber radeln?“, „Ja ja – schon klar. Du willst was für Deine Gesundheit tun? Mit einem E-Bike!?“ – so und so ähnlich sind oftmals Aussagen von Leuten, die sich anscheinend noch nie mit dem Thema E-Bike beschäftigt haben geschweige denn, schon mal eines gefahren sind bzw. wissen, wie ein E-Bike funktioniert.

Macht E-Bike-fahren tatsächlich faul?

Es hält sich (bei den Unwissenden) immer noch der Mythos, dass man bei einem Elektrofahrrad ja kaum noch selber treten muss, sondern einem quasi (fast) alles abgenommen wird. Als Biker auf einem herkömmlichen Fahrrad, muss man ja ordentlich in die Pedale treten und dafür Muskelkraft nutzen. Bei einem E-Bike oder Pedelec sei dies nicht nötig, dafür bräuchte man keine Kondition nur eine Menge Geld für den Kauf. Jedoch sind dies Hirngespinste, die langsam zum Glück wieder gelöscht werden, denn eine extra angelegte Studie hat genau diese Vorurteile aus der Welt geräumt; das Gegenteil wurde bewiesen.

Pedelec-Fahrer erweitern ihren regionalen Horizont: Fahren weitere Strecken

In einer großen europäischen Studie von Transportation Research Interdisciplinary Perspectives wurden im Jahre 2019 immerhin 10.000 Leute bzgl. ihrer E-Bike-Nutzung befragt. Die Ergebnisse überraschten zum Teil und waren noch dazu sehr interessant. Unter anderem kam dabei heraus, dass E-Bike-Radler mindestens genauso viele Kalorien, wie herkömmliche Biker mit normalen Fahrrad, verbrauchen. Das lässt sich recht einfach erklären: Durch die Möglichkeit eine Zusatzleistung vom E-Motor zu erhalten, radelt man durchaus des Öfteren mal viel weiter, als man es in einem Leben vor seinem E-Bike getan hat. Im Leistungssport wird diese Phase, welche von extremer Motivation als auch Anstrengung geprägt ist „Tunnel“ genannt. Bei der Studie konnte belegt werden, dass der Leistungseinsatz von E-Bikern auf einem ähnlich hohen wöchentlichen Niveau wie bei Radfahrern zu finden ist. Der Hauptgrund dafür war die gesteigerte Reichweite der Pedelec-Fahrer.

Mehr Kilometer beim Pedelec-Fahrer

E-Bike-Fahrer schaffen auf ihren Touren durchschnittlich eine Strecke von über 9 km. Ein Radfahrer mit normalem Fahrrad schafft es im Vergleich nur auf knapp 5 km. Selbst im täglichen Pendelverkehr liegt der Pedelec-Fahrer mit 8 km im Tagesschnitt um einiges höher als der herkömmliche Biker mit gut 5 km.

E-Biker haben höheren Altersschnitt

Ebenso kam bei der Studie heraus, dass die Pedelec-Fahrer im Altersschnitt bei 48 Jahren liegen – Radfahrer auf herkömmlichen Rädern sind im Schnitt gerade einmal 41 Jahre alt. Man kann stark davon ausgehen, dass diese Tendenz sich in den nächsten Jahren angleichen wird und die E-Bike-Radler ein ähnliches junges Alter erreichen wie der herkömmliche Biker. E-Bikes kommen immer mehr in der Lifestyle- und Freizeit-Sparte an – vor allem jüngere Menschen finden durchaus mehr Gefallen daran. Ebenso ist es interessant zu sehen, dass der BMI (Body-Maß-Index) bei den Pedelec-Bikern etwas höher ist. Diese Tatsache zeigt auf, dass sich auch immer mehr nicht ganz so fitte Menschen auf ein E-Bike trauen und endlich (wieder) Spaß beim Radfahren haben. So erlangen sie eine Menge Spaß am Sport und können gut und mit passender Unterstützung etwas für ihre Gesundheit tun. Wenn das mal nicht ein erfreuliches Ergebnis ist.

Mehr E-Bike-Pendler unterwegs

Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, tut sich etwas Gutes. Es gibt immer mehr Fahrradpendler – vorrangig eben auf E-Bikes. So darf der Arbeitsweg auch durchaus ein paar Kilometer mehr betragen, das ist mit einem Pedelec einfach zu bewältigen. Nicht nur in der Politik hat man sich Gedanken dazu gemacht, wie man Fahrradpendler für ihre Mobilität belohnen kann: Es wurde bereits angeregt einen extra Urlaubstag zu bieten; da ein Radfahrer nachweislich gesünder und fitter ist, somit seltener durch Krankentage ausfällt. Außerdem stehe sie künftig nicht mehr (im Gegensatz zu den Kollegen im Auto) in Ballungszentren in unnötigen Staus – vor allem zu Stoßzeiten. Auch die Städteplaner können beim Entwickeln neuer Verkehrskonzepte sich nun anders aufstellen und die Ergebnisse der Studie mit einbeziehen. Neue Verkehrskonzepte sollten künftig die Infrastruktur für S-Pedelecs und Pedelecs berücksichtigen. Die Studienteilnehmer reduzierten die Nutzung ihres Autos um 49 %, außerdem wurden die öffentlichen Verkehrsmittel um 48 % weniger genutzt. Wenn man somit die verbesserte Gesundheit als auch die Reduzierung von Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln betrachtet, erkennt man ganz schnell den Mehrwert. Der Wunschgedanke kommt auf, dass es durchaus möglich und sinnvoll wäre, eine stärkere staatliche Förderung von E-Bikes als wichtigen Bestandteil der Mobilitätswende mit aufzunehmen.

Tags: E-Bike, Pedelec