Mit dem E-Bike sicher durch den Stadtverkehr

mit-dem-e-bike-sicher-durch-den-stadtverkehrEin Elektrofahrrad ist ein schnelles und flexibles Transportmittel in der Stadt – umweltfreundlich ist es noch dazu, was ein großer Pluspunkt ist. Damit es sich dabei auch um ein sicheres Fortbewegungsmittel handelt, ist es gut, einige Tipps und Ratschläge zu beherzigen - auch wenn sie nicht in irgendwelchen Gesetzestexten niedergeschrieben sind, sondern einfach als gutgemeinte Empfehlungen angenommen werden sollten. Gerade im Stadtverkehr ist das Thema Sicherheit sehr wichtig, denn hier lauern viele Gefahren – gerade für Radler – ob auf herkömmlichen Fahrrad oder auf einem Pedelec. Es gibt viele Gründe für Fahrradunfälle: Ob ein rechtsabbiegendes Auto, Straßenbahnschienen, die das Fahren kompliziert machen, unaufmerksame Autofahrer, vielbefahrende Straßen – noch dazu Stress, Hektik, Termindruck…

Nachträglich installierte Radwege bringen Gefahr mit sich

Da die deutschen Innenstädte in den 50er und 60er Jahren eher für Autos geplant worden, sind Radwege eher später und nachträglich in eine bestehende Auto-Infrastruktur eingebaut. So ist quasi in vielen Städten ein großer unzusammenhängender Verkehrswege-Bereich aus großen Puzzleteilen für Autos, und kleineren nicht so ganz dazu passenden für Fahrräder entstanden. So gibt es immer mal Situationen, mit denen viele Verkehrsteilnehmer nicht rechnen – ob auf 2 oder 4 Reifen unterwegs. Z.B. das Ende eines Radweges, wo dann ein irritierter Radfahrer spontan einen Schlenker auf die Fahrbahn machen muss – solche Gegebenheiten bringen natürlich viele Gefahren mit sich. Daher nachfolgend einige gute Ratschläge, damit auch Sie gut durch den Großstadtdschungel kommen – auf Ihrem E-Bike.

Überblick verschaffen

Wer unsicher mit seinem Bike unterwegs ist, macht durchaus mal Fahrfehler, welche schnell mal schwere Unfälle zur Folge haben könnten. Wenn man auf eine große mehrspurige Kreuzung kommt und die Verkehrsführung sich dort nicht eindeutig einordnen lässt, ist schnell überfordert und kann ggf. mit seinem Fahrrad falsch weiterfahren. Daher ist es absolut sinnvoll, sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Bleiben Sie bei Undurchsichtigkeit lieber noch eine Rotphase länger an der Ampel stehen und versuchen das Verkehrschaos zu ordnen und die Radwegführung zu erkennen. Wenn Sie hier alles optimal kombiniert haben, können Sie entspannt und selbstbewusst durchstarten, wenn es wieder grün wird.

Da man immer dahinfährt, wo man hinschaut, ist es gut zu wissen, wo man tatsächlich hinmöchte, um mit passendem Blick eben auch dorthin zu fahren. Wenn Sie verwirrt sind, aufgrund „komischer“ Verkehrsvorgaben, die eher kompliziert und verwirrend rüberkommen, steigen Sie ruhig von Ihrem Rad ab und schieben es als Fußgänger weiter. So können Sie sich bei langsamen Schritttempo entsprechend sortieren und kommen gut weiter voran. Das ist allemal besser, als einen Unfall zu verursachen, weil man mit seinem Pedelec falsch gefahren ist und unüberlegte Fahrweisen an den Tag legt.

Gefahr erkennen, Gefahr umgehen

Wer nicht vorrausschauend fährt, kann schnell mal in einen Unfall verwickelt werden. Eine sich plötzlich öffnende Autotür kann einen Radfahrer schnell mal zu Fall bringen und schwer verletzen. Jedoch gilt es immer den Blick klar in die Fahrtrichtung zu haben, denn solch eine Autotür öffnet sich meist nicht komplett ohne Vorwarnung. Das Auto muss kurz vorher eingeparkt haben, im Fahrzeug saß eine Person…

Somit ist es wichtig auch weit vorrausschauend zu gucken, um zu erkennen, ob gerade jemand eingeparkt hat und somit gleich aussteigen wird. Es ist auch gut fahrenderweise den Blick in die Seitenspiegel der parkenden Autos zu werfen, um zu erkennen, ob da ein Gesicht einer wartenden Person zu sehen ist oder evtl. ein Schatten durch die Seitenscheiben.

Solche Erkenntnisse sollten gleich die Hand Richtung Bremse gleiten lassen, um im Falle des Falles schnell zu reagieren und auszuweichen. Halten Sie zu parkenden Autos immer genug Abstand ein – um einen Dooring-Unfall zu vermeiden sind mindestens 80 cm Abstand sinnvoll.

Für alle Autofahrer gilt immer als guter Tipp: Die Autotür immer mit der rechten Hand öffnen. So dreht sich Ihr Oberkörper automatisch weiter nach links und Sie können gut über Ihre link Schulter einen eventuellen Radfahrer im toten Winkel erblicken und so einen Unfall vermeiden. Diese Variante des Türöffnens nennt man übrigens „holländischer Griff“.

Auch als Radfahrer in den Autofahrer hineinversetzen

Sehr oft werden Radfahrer leider von rechts abbiegenden Kfz erfasst. Dies kann zu schlimmen Unfällen führen. Unglücklicherweise kann es durchaus mal im Gewirr der Innenstadt passieren, dass ein Radfahrer nicht gesehen wird und ein Auto- oder Lkw-Fahrer solch einen Unfall verursacht. Gar 56 % solcher Unfälle enden tödlich. Speziell durch ein extremes Verkehrsaufkommen, Gegenverkehr, Lichter, Ampeln, undurchsichtige Verkehrsführung und und und...  Traurigerweise kann ein Fahrradfahrer bzw. sein Fahrradlicht im Dunkeln aufgrund einer Lichtüberflutung durch Scheinwerfer, Ampeln und Reklame in den Augen der Autofahrer verschwinden.

Als E-Biker das Tempo reduzieren

Am sichersten sind Sie unterwegs, wenn Sie generell davon ausgehen, dass ein Autofahrer Sie wahrscheinlich nicht sehen wird bzw. Ihr Tempo falsch eischätzt. Daher ist es empfehlenswert, immer damit zu rechnen, nicht gesehen zu werden. Pochen Sie niemals auf Ihr Vorfahrtsrecht – reduzieren Sie lieber das Tempo und gucken immer zu dem abbiegenden Auto, um Blickkontakt mit dem Fahrer aufzunehmen und so sicher zu sein, dass Sie registriert wurden. Gerade, wenn neben Ihnen ein LKW-Fahrer den Blinker zum Abbiegen ansetzt, sollten bei Ihnen die Alarmglocken angehen und Sie sich dazu die Frage stellen, ob der Fahrer Sie wohl aktuell überhaupt sieht.

Hindernisse mit dem Fahrrad gut und sicher überwinden

Viele Straßen sind echte Flickenteppiche, mit Bitumenstreifen ausgebessert, evtl. mit holperigen Pflastersteinen gefüllt – noch dazu Straßenbahnschienen, die den Weg längs oder quer kreuzen und höhere Bordsteine…  Vor allem bei den letzten beiden Punkten, gilt es vorsichtig zu sein – vor allem für E-Biker sind das besonders gefährliche Hindernisse. Aber wenn Sie hier ein wenig Übung haben, können Sie auch diese sicher überwinden.

Straßenbahnschienen verlaufen immer mittig auf einer Fahrspur. Wenn es in den Bereich von Straßenbahnhaltestellen geht, sind sie aber eher weiter rechts in Richtung Bordstein hin angelegt. Wenn Sie also zwischen den Schienen mit Ihrem Rad unterwegs sind, achten Sie bei diesem Bereich darauf - da der Raum zwischen Schiene und Bordstein hier so schmal wird - dass Sie quasi nicht mehr längs fahren können, sondern besser absteigen sollen bzw. vorher entsprechend quer eine andere Fahrrad-Bahn für sich ausgeguckt und eingeschlagen haben.

Unbedingt Straßenbahnschienen im Blick haben

Wer mit seinem Vorderreifen vom Fahrrad ausversehen mal in eine Straßenbahnschiene gerät, muss mit einem Sturz rechnen. Daher ist es immens wichtig in dem mittleren Bereich zwischen den beiden Schienenspuren zu fahren. Wechseln Sie rechtzeitig dorthin, indem Sie mit einem kleinen Schlenker im möglichst stumpfen Winkel über die rechte Schiene fahren. So erhöhen Sie Ihre Sicherheit. So verhält es sich bei Bordsteinen übrigens auch: Um Bordsteine raufzufahren, benötigen Sie kein Mountainbike. Achte Sie lediglich darauf, im stumpfen Winkel an die Kante zu fahren und richten sich aus der Sitzposition etwas auf. Im passenden Moment „lupfen“ Sie mit einem kleinen Impuls den Vorderreifen und schon sind Sie oben. Üben Sie dies am besten mal mit einem flacheren Bordstein und steigern sich dann entsprechend. So können Sie auch abenteuerlichen Radwegen in der Stadt gut und sicher folgen.