Mit dem E-Bike sicherer durch den Straßenverkehr

mit-ebike-sicherer-durch-den-strassenverkehrWer erstmals mit einem E-Bike unterwegs ist, muss sich gedanklich umstellen. Das Fahrverhalten mit einem Elektrofahrrad unterscheidet sich doch um einiges zum Fahren mit einem herkömmlichen „Drahtesel“. Daher ist es wichtig auf einige Punkte zu achten, wenn man mit seinem E-Bike unterwegs ist. Wir erläutern worauf es ankommt:

E-Bike ist nicht gleich Fahrrad

Als Besitzer eines E-Bikes werden Sie schnell merken, dass es doch einige Unterschiede zum normalen herkömmlichen Fahrrad gibt. Zum einen ist es vom Gewicht her schon ein drastischer Unterschied. Außerdem benötigt die technische Ausstattung eines Pedelecs doch etwas Mehraufwand beim Thema Pflege und Wartung. Es ist sinnvoll sich bei einem neuen E-Bike erst einmal mit dem Bike an sich bekannt zu machen. Hierzu bietet sich das Lesen der Hersteller-Gebrauchsanleitung absolut an. So können Sie sich direkt mit den Bedienelementen, wie z.B. der Tachoeinheit vertraut machen.

Vor der ersten Fahrt das E-Bike überprüfen

Bevor Sie nun mit Ihrem neuen E-Bike durchstarten, ist es sinnvoll, sich erst einmal damit zu beschäftigen, dass das Bike gut zu Ihnen passt. Es ist sehr wichtig, dass Elektrofahrrad an Ihre individuellen ergonomischen Bedürfnisse anzupassen. Eventuell muss der Neigungswinkel des Lenkers eingestellt werden, ebenso ggf. die Höhe – auch die Sattelhöhe muss an Ihre Größe angepasst werden. Kommen Sie gut an die Bremsgriffe, wenn Sie auf dem E-Bike sitzen? Oder muss hier evtl. auch noch justiert werden, damit eine sichere und bequeme Sitzposition gewährleistet ist und sie dabei auch gut in die Bremse greifen können? Am besten lassen Sie diese Punkte direkt beim Fachhändler bei der Übergabe entsprechend einstellen und anpassen. Ein guter und seriöser Fachhändler bietet dies sowieso von Haus aus an. Wichtig ist es auch, Licht- und Bremsanlage zu prüfen, damit man auch sicher sein kann, dass alles einwandfrei funktioniert. Ebenso sollten Sie den Ladestand des Akkus checken.

Gerade bei Elektrofahrrädern, die nun mal einiges an Gewicht mitbringen, ist der richtige Reifendruck extrem wichtig. Auf der Reifenflanke können Sie den Sollwert gut nachlesen und bei regelmäßigen Fahrten etwa alle 2 Wochen überprüfen und ggf. anpassen.

Die richtige und feste Kleidung zum Biken sowie ein passender und geprüfter Fahrradhelm sollte sowieso zur guten Grundausstattung für jeden Radler gehören.

Fahrverhalten Elektrofahrrad vs. herkömmliches Fahrrad

Sehr entscheidend als E-Bike-Neubesitzer ist es, sich die Zeit und den Platz zu nehmen, sein neues Zweirad in Ruhe auch in der Praxis kennenzulernen. Suchen Sie sich dazu einen verkehrsberuhigten Bereich, um Ihr neues Gefährt ganz entspannt und ohne große Gefährdung auszuprobieren. Allein vom Gewicht her, ist es beim Fahren und auch Wenden ein ziemlicher Unterschied; immerhin bringen die meisten Pedelecs gut 20 bis 30 kg auf die Waage. Je nach Antriebsvariante und Akku-Positionierung hat ein E-Bike noch dazu einen veränderten Schwerpunkt, welcher sich durchaus auf das Fahrverhalten auswirkt und noch dazu den Bremsweg um einiges verlängern kann.

Elektromotor am Pedelec nicht unterschätzen

Ebenso darf die Schubkraft des E-Motors besonders beim Anfahren auf keinen Fall unterschätzt werden. Dies ist aber auch abhängig je nach Technik und der Unterstützungseinstellung. Wenn Sie ein E-Bike mit Bewegungssensor fahren, kann es sein, dass der Elektromotor evtl. mit einer leichten Verzögerung reagiert, dann aber ggf. auch noch ruckartig. Wenn man damit nicht rechnet, kann es im Straßenverkehr schnell mal zu einem Unfall kommen. Daher ist es auch wichtig, sich damit anzufreunden und ein Gefühl dafür zu bekommen. Haben Sie an Ihrem Modell hydraulische Scheiben- oder Felgenbremsen installiert, sollten Sie sich – ebenfalls in einem ruhigeren Bereich – mit der Bremskraft vertraut machen und diverse Bremsübungen durchführen. Diese Bremsanlagen verzögern um einiges stärker als herkömmliche Fahrradbremsen; daher ist hier Feingefühl bei der Dosierung gefragt.

Steigungen und Gefälle mit dem E-Bike fahren

Wenn Sie mit Ihrem E-Bike an einer Steigung anfahren wollen, müssen Sie erst mal aus eigener Kraft losradeln, bevor der Motor des Pedelecs dann unterstützend eingreift. Wenn die Steigung jedoch zu steil ist und dem E-Biker die nötige Kraft fehlt, kann es durchaus mal zu Umfallern bzw. zu Unfällen kommen. Wichtige Info dazu: Wer körperlich – ggf. auch aus gesundheitlichen Gründen – nicht in absolut bester Verfassung ist, sollte bei der Auswahl seines E-Bikes unbedingt darauf achten, dass eine Schiebehilfe integriert ist. Damit können Sie beim Elektrofahrrad auf Knopfdruck und ohne in die Pedale zu treten immerhin mit bis zu 6 km/h anfahren. Somit ein großer Pluspunkt für steile Anfahrten. Wenn Sie hingegen bergab fahren wollen, ist es umso wichtiger, dass die Bremsen einwandfrei funktionieren. Aufgrund des höheren Gewichts des Bikes erreichen Sie ungeahnte Geschwindigkeiten. Daher ist es wichtig bei einer Abfahrt die Bremsen dosiert und wechselweise am Vorder- und Hinterrad einzusetzen, damit die Beläge nicht einseitig belastet und abgenutzt werden.

Im öffentlichen Straßenverkehr immer vorrausschauend unterwegs sein

Wer mit seinem E-Bike im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs ist, muss immer damit rechnen, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht auf Anhieb erkennen können, ob Sie mit einem normalen Fahrrad oder eben mit einem E-Fahrrad unterwegs sind. Somit ist es gut möglich, dass die schnellere Geschwindigkeit eins E-Bikers durchaus völlig falsch eingeschätzt wird und so gravierende Unfälle geschehen können. Gerade im innerstädtischen Bereich ist eine angepasste Geschwindigkeit absolut sinnvoll und trägt zur Verkehrssicherheit bei.