Was ist der Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec?

E-Bikes sind in Deutschland in aller Munde und erfreuen sich seit vielen Monaten an steigenden Verkaufszahlen. Weniger geläufig ist der Ausdruck „Pedelec“ (= „Pedal Electric Cycle“), der dem Kunden aber zwangsläufig bei näherer Betrachtung des Themas begegnet. Auch wenn der Ausdruck “E-Bike“ im allgemeinen Sprachgebrauch oft einfach für alle motorunterstützten Bikes verwendet wird ist dieser Umstand häufig nicht korrekt.
Der größte Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec liegt in der Funktionsweise. Aber auch die Geschwindigkeit sowie die rechtlichen Umstände sollten betrachtet werden.

Die Funktionsweise

Die Motorunterstützung bei Pedelecs funktioniert nur, wenn der Fahrer selbst auch aktiv wird und in die Pedale tritt. Die Tretbewegungen werden also nur unterstützt.
Im Gegensatz dazu kann das E-Bike auch fahren, wenn der Radler nicht in die Pedalen tritt. Der Motor kann über einen Griff bedient werden. Auch das Tempo wird so reguliert.

Die Geschwindigkeit und die rechtliche Einordnung

Die Einteilung der motorunterstützten Bikes erfolgt in mehreren Geschwindigkeitsabstufungen:

  1. E-Bike bis 20 km/h
  2. Pedelec bis 25 km/h
  3. E-Bike bis 25 km/h
  4. E-Bike bis 45 km/h

Pedelecs bis 25 km/h (250 Watt Leistung) gelten vor dem Gesetzgeber als Fahrräder, mit allen Konsequenzen. Somit besteht keine Versicherungspflicht, keine Führerscheinpflicht, keine Helmpflicht und auch kein Mindestalter. Aber auch wenn keine Verpflichtung zum Tragen eines Helmes besteht, ist dieser natürlich zum eigenen Schutz in jedem Fall empfehlenswert. Alle für Radfahrer freigegebenen Wege sind auch für Pedelecs befahrbar und sogar Pflicht. Selbst das Mitführen eines (Kinder-) Anhängers ist erlaubt.

E-Bikes (max. 500 Watt Leistung) können auf Knopfdruck ohne Pedalunterstützung fahren, somit sind alle E-Bikes zulassungspflichtig und benötigen eine Fahrzeugversicherung. Rein rechtlich werden sie wie Mofas behandelt, zumindest bis 20 km/h. Alles was darüber hinaus geht ist als Kleinkraftrad zu bezeichnen und benötigt auch einen dementsprechenden Führerschein. Bis 20 km/h ist eine Mofa-Prüfbescheinigung ausreichend. Die Helmpflicht gilt über 20 km/h. Das Mindestalter bis 25 km/h liegt bei 15 Jahren, darüber hinaus bei 16 Jahren. Bis 20 km/h dürfen Radwege mit dem Zusatz „Mofas frei“ befahren werden, mit schnelleren Bikes sind diese Strecken tabu.

Pedelec oder E-Bike – was ist das Richtige für mich?

95% aller Bikes mit motorischer Unterstützung in Deutschland sind Pedelecs. Das liegt zum Einen an den Wünschen und Bedürfnissen, zum Anderen an der verkehrsrechtlichen Einordnung. Vielen Radlern geht es nicht in erster Linie darum eine gewisse Geschwindigkeit zu erreichen oder eine bestimmte Strecke in einer bestimmten Zeit bewältigen zu können. Es ist vielmehr nur der gewünschte Komfort den ein Pedelec mit sich bringt: Wenn ich Unterstützung möchte bekomme ich sie, wenn nicht, dann nicht. Außerdem möchten viele Zweiradfahrer nicht auf das Fahren auf beliebten Radwegen verzichten und sich nicht in der Auswahl der Strecke zu stark einschränken lassen. Die Versicherungspflicht von E-Bikes ist zudem ein organisatorischer sowie finanzieller Aufwand. Die Entscheidung zugunsten eines E-Bikes fällt für gewöhnlich mit dem Wunsch, das Auto durch diese Fortbewegungsmöglichkeit zu ersetzen oder wenn ganzjährig längere Strecken zurückgelegt werden müssen.

Tags: E-Bike