Taube Hände beim Fahrradfahren verhindern

taube-haende-beim-fahrradfahren-verhindernViele Leute kennen das Problem, dass ihnen bei längeren Fahrradtouren die Hände einschlafen – also die Finger taub werden. Der Grund für diese Problematik liegt in gereizten Nerven im Handbereich. Wie es dazu kommt und was man dagegen tun kann, erläutern wir gerne nachfolgend.

Hände sind ein wichtiger Kontaktpunkt beim Radfahren

Auch wenn die Hände sich nicht wirklich bewegen beim Fahrradfahren, sind sie immens wichtig bei dieser Fortbewegungsart, da sie einer von lediglich drei Kontaktpunkten zwischen Fahrrad und Radler sind. Je nach Fahrstil bzw. Rückenneigung (eher aufrechtes oder sportliches Sitzen?) und dem Fitnesszustand des Fahrers, wird ein Großteil des Oberkörpergewichts auf den Lenker gestützt. Dieser ja durchaus sehr hohe und auch anhaltende Druck wird auf eine nur geringe Abstützfläche am Griff verteilt. Die punktuelle Druckbelastung dabei ist sehr hoch. Wenn ein nicht optimaler Lenkergriff vorhanden ist, welcher dann noch mit einer falschen Griffhaltung kombiniert wird, entsteht hier raus schnell eine falsche Sitzhaltung auf dem „Drahtesel“. Dieses Defizit wirkt sich nicht nur auf die Hände, sondern tatsächlich auf das Gesamtgefühl aus; nicht nur die Nerven der Hände werden gereizt. Bereits auf kurzen Radtouren müssen Sie dadurch mit Rückenschmerzen und / oder Nackenverspannungen rechnen.

Taubheitsgefühl durch hohen Druck auf den Ulnarnerv

Wenn auf dem empfindlichen Ulnarnerv zu hoher Druck lastet, entstehen in den Händen schnell Taubheitsgefühle: Dies geht vom Bereich des Kleinfingerballens bis fast unterhalb der Hautoberfläche. Wenn Sie beim Radfahren zu hohen Druck auf die Hand-Außenseite ausüben, bekommen Sie langfristig auch Taubheit-Symptome am kleinen und am Ring-Finger. Eine gute Möglichkeit dem zu entgehen, ist die herkömmlichen Griffe gegen einen sogenannten Flügelgriff zu tauschen. Beim Flügelgriff gibt es eine größere Auflagefläche für die Hand; so wird der Druck dann besser verteilt.

Korrekt eingestellter Flügelgriff kann bei Karpaltunnelsyndrom helfen

Wenn Sie auf der Radtour Schmerzen bzw. Taubheit am Daumen, Zeige- und Mittelfinger bekommen, kann hier der zu hohe Druck auf den Ausgang des Karpaltunnels die Ursache sein. Durch ein zu starkes Abknicken vom Handgelenk wird dies oftmals hervorgerufen – Nerven, Blutgefäße und Sehnen werden dabei komprimiert. Als Folge kommt hier ein verengter Karpaltunnel und noch dazu ein beschädigter Medianerv – dies wird auch Karpaltunnelsyndrom genannt. Dabei handelt es sich leider um eine Volkskrankheit: Laut Information der Aktion Gesunder Rücken haben sich in Deutschland bereits über 300.000 Menschen einer entsprechenden Operation unterziehen müssen. Vor allem auf längeren Fahrten mit dem Fahrrad ist es nicht einfach, eine ergonomische optimale Position für die Hände zu gewährleisten. Sinnvoll ist hier ebenso ein passend eingestellter Flügelgriff, damit das Handgelenk in einer ergonomisch passenden Position gestützt wird und es so nicht abknicken kann.

Anderer Fahrradlenker ist eine gute Alternative zu neuen Griffen

Ebenso kann ein seitlich überstrecktes Handgelenk Probleme beim Fahren versuchen; es kann ebenfalls zu tauben Fingern führen, weil der Karpaltunnel eingeengt wird. Vorrangig gerade Fahrradlenker sind für solch einen Knick im Handgelenk verantwortlich. Als bessere Variante ist ein Lenker mit Biegung nach hinten absolut sinnvoll, denn dann wird das Handgelenk weniger überstreckt, der Karpaltunnel somit gut entlastet und die Versorgung der Hand wird verbessert. Ebenso eine sinnvolle Ergänzung wären sogenannte Barends – auf Deutsch: Lenkerverlängerungen. Diese „Hörnchen“, welche an den Lenkeraußenseiten integriert werden, gibt es in verschiedenen Größen – auch direkt in die Griffe integriert. Mit den Barends ist es sehr entspannt und einfach die Griffposition direkt währen der Fahrradfahrt zu verändern. Vor allem, wenn Sie bergauf fahren, werden Sie die Vorteile dieser Lenkerverlängerung lieben, da damit die komplette Position des Oberkörpers geändert und die Muskulatur entlastet wird.

Optimale Griff-Einstellung immens wichtig am Fahrrad

Gerade bei ergonomischen Fahrradgriffen ist es unabdingbar wichtig, dass sie richtig eingestellt sind – nur so können sie ihr Potenzial entfalten. Wichtig ist, darauf zu achten, dass das Handgelenk in der Fahrposition nicht am Lenker abknickt, sondern in gerade Linie von der Hand zum Unterarm übergeht. Ebenfalls wichtig ist eine gute Bedienbarkeit von Brems- und Schalthebel, welche logischerweise vom Griff aus leicht erreichbar sein müssen. Fragen Sie bei dem Fachhändler Ihres Vertrauens um Hilfe bei der Einstellung oder nutzen eine spezielle Fitting-Box. Moderne Griffe werden heutzutage auf den Lenker geschraubt und nicht mehr mühselig aufgestopft, dies hilft ebenfalls sehr bei der optimalen Anpassung. Orientieren Sie sich bei Schraubaktionen aber immer an den Herstellerangaben vor allem im Bereich der Drehmomentangaben. Der Griff darf nicht zu locker oder zu stark angeschraubt werden. Vor allem bei zu lockeren Lenkergriffen ist sonst ein Sturzrisiko vorprogrammiert, da man dabei doch mal schnell die Kontrolle über das Bike verlieren kann.

Fahrrad-Handschuhe können beim Radfahren unterstützen

Passende Fahrrad-Handschuhe sind ebenfalls eine gute Möglichkeit bzw. Ergänzung, um die Kontrolle am Lenker zu unterstützen und können auch eine ergonomische Wirkung erfüllen. Vor allem gut gepolsterte Handschuhe sind zum Radfahren sehr angenehm. Die Gel- bzw. Schaumstoff-Polster stützen die empfindlichen Bereiche auf der Handinnenseite zusätzlich und passen sich gut der Griff-Ergonomie an. Aber achten Sie darauf, dass Ihre Handschuhe eine nicht zu starke Polsterung haben. Für eine gute und sichere Lenkerkontrolle empfiehlt das Kurbelix-Team unbedingt Handschuhe mit einer dünneren Innenhandpolsterung; speziell für sportlichere MTB- oder Rennrad-Fahrer ist dies sehr von Vorteil.

 

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