Was ist der ADFC?

was-ist-der-adfcDie Abkürzung „ADFC“ steht für „Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club“. Der ADFC wurde im September 1979 in Bremen gegründet und hat auch heute noch dort seinen Sitz. Der Verkehrsclub tritt als Interessenvertretung von Fahrradfahrern auf und verfügt mittlerweile über mehr als 175.000 Mitglieder. Als Mitglied in der „European Cyclists Federation“ („ECF“) vertritt der ADFC die Ideologie der sogenannten „sanften Mobilität“ und ist unter anderem für die Vorlage des ersten Nationalen Radverkehrsplans mitverantwortlich.  

Als „sanfte Mobilität“ versteht man das Konzept, die Fortbewegung so zu gestalten, dass diese besonders umweltschonend, nachhaltig, unfallarm und sozial verträglich ausgeübt wird. Dementsprechend richten sich die Erwartungen an die Verkehrspolitik daran, dass diese steuernd eingreift, um die sanfte Mobilität attraktiver zu gestalten und das unnötige Verkehrsaufkommen einzuschränken. Der Nationale Verkehrsplan (NRVP) war im Jahr 2002 ein erster Schritt in diese Richtung und stellt heute die Basis für die Radverkehrspolitik in Deutschland dar.  Das Radverkehrsaufkommen soll, unter anderem mit Hilfe eines flächendeckenden Radverkehrsnetzes, prozentual gesteigert werden.

Die Gründung des ADFC

Die Idee zur Gründung des ADFC wurde während der IFMA (Internationale Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung) im April 1978 geboren. Der Transport- und Verkehrsexperte Jan Tebbe warb bei einem Symposium des Bundes für Umwelt und Naturschutz e. V. dafür, der allgemein herrschenden Bevorzugung von Autos im Straßenverkehr eine Interessenvertretung für Radfahrer gegenüber zu stellen. Nach der Gründung des ADFC, unter anderem durch Verkehrswissenschaftler und aktive Fahrradfahrer, wurde Tebbe erster Vorsitzender. Nach der Neuordnung der deutschen Vereinsstrukturen im Jahr 1990 und der Wiedervereinigung, entstanden für den ADFC aus verschiedenen Kreisgruppen 16 einheitlich strukturierte Landesverbände.

Aufgaben und Tätigkeiten des ADFC

Beratung

Der ADFC genießt in vielen Bereichen eine geschätzte, beratende Funktion und wird ähnlich wie ein TÖB (Träger öffentlicher Belange) behandelt. Andere TÖB können zum Beispiel bestimmte Unternehmen wie Post, Bahn, Wasserwerk oder Energieversorger sein. Diese Träger werden bei diversen Bauvorhaben mit einbezogen und üben eine beratende Tätigkeit aus. Über ein Klagerecht verfügt der ADFC allerdings nicht.

Des Weiteren führt der ADFC Beratungen in den Bereichen Fahrradschlösser, Diebstahlprävention, Radurlaub oder Tourenplanung für Privatpersonen durch.

Auch Unternehmen nehmen die Erfahrungen des ADFC gern in Anspruch um fahrradfreundliche Verhältnisse zu schaffen. Der ADFC kann Firmen als „Fahrradfreundliche Arbeitgeber“ zertifizieren.

Urlaub

Die Vermittlung von Radreisen wird von einer Unterorganisation des ADFC durchgeführt. Seit dem Jahr 1995 gibt es das Qualitätsmerkmal „Bett + Bike“. Unterkünfte mit dieser Auszeichnung verpflichten sich gewisse Richtlinien und Erwartungen von Fahrradreisenden einzuhalten. Auch die Zertifizierung von Radwegen gehört in diesem Zusammenhang zur Aufgabe des ADFC.

Literatur

Alle zwei Jahre erscheint die Broschüre „Deutschland per Rad entdecken“, die der ADFC in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentrale für Tourismus herausgibt. Mitglieder des ADFC bekommen alle zwei Monate das Magazin „Radwelt“.

Des Weiteren ist der Fahrradclub an der Herausgabe von Fahrrad- und Regionalkarten beteiligt.

Direkte Hilfe

  • Pannenhilfe seit 2016
  • Märkte
  • Reparaturkuse
  • Selbsthilfewerkstätten


Kooperationen

In Abstimmung mit der Polizei nimmt der ADFC FEIN-Codierungen (Friedberger Eigentümer-Identifikations-Nummer) vor. Bei Fahrrädern ist es manchmal schwer den Eigentümer zweifelsfrei festzustellen. Aus diesem Grund wird eine einzigartige Zahlencodierung eingraviert, oder anderweitig unverfälschbar angebracht, damit ein gestohlenes Bikes einwandfrei zugeordnet werden, sofern es wieder auftaucht. Jeder Code wird nur einmal vergeben und enthält über eine Folge von Buchstaben und Ziffern den Wohnort, die Adresse und den Namen des Eigentümers. So soll die Eigentumskriminalität eingedämmt werden.

In Zusammenarbeit mit der Krankenkasse AOK wurde das Projekt „Mit dem Rad zur Arbeit“ gegründet. Neben dem Wunsch den Autoverkehr zu verringern kommen bei diesem Projekt noch die gesundheitlichen Aspekte hinzu. Mitarbeitern und Betrieben sollen attraktive Bedingungen geschaffen werden, um diese Aktion voranzutreiben.

Allgemeine Ziele des ADFC

  • Verkehrswende
  • fahrradfreundliche Verhältnisse

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