Wissenswertes zu Laufrädern beim Rennrad

Wie bei jedem anderen Fahrrad auch stellen die Laufräder die Verbindung zwischen Untergrund und Bike dar. Aus diesem Grund sollten sie grundsätzlich eine besondere Beachtung erhalten. Beim sportlichen Fahren, zum Beispiel mit dem Rennrad aber auch mit dem MTB, kommt es aber mitunter auf Nuancen an. In diesem Fall ist natürlich das Zusammenspiel aller Komponenten relevant, um ein bestmögliches (Trainings-) Ergebnis zu erzielen.

Ein optimal passendes Laufrad am Rennrad kann für ein ansprechendes Handling und höhere Geschwindigkeiten bei besserer Aerodynamik sorgen. Ebenso wichtig sind zum Beispiel auch eine gute Haltbarkeit und ein geringes Gewicht. Dabei müssen Sie nicht unbedingt das teuerste Produkt erwerben. Je nach Fahrstil können die Bedürfnisse sehr unterschiedlich sein. Je nach Wahl der Prioritäten kann die Kaufentscheidung anders ausfallen, denn das perfekte Laufrad gibt es wahrscheinlich nicht. Oftmals geht die Optimierung einer bestimmten Eigenschaft zu Lasten eines anderen Merkmals. So sind zum Beispiel sehr leichte Räder mehrheitlich weniger belastbar. Aus diesem Grund sollten Sie sich vor einer Neuanschaffung Ihre Präferenzen sehr bewusst machen.

Laufräder mit optimierter Aerodynamik

Bei diesen Rädern liegt der Schwerpunkt auf einem möglichst geringen Luftwiderstand um eine höhere Endgeschwindigkeit erzielen zu können. Hierfür werden zumeist hohe Felgen über 40 mm verwendet. Die momentan größte Höhe von Felgen liegt in etwa bei 80 mm. Dem Plus an Aerodynamik stehen hier ein zumeist höheres Gewicht und eine größere Seitenwindanfälligkeit gegenüber. Grundsätzlich kann man formulieren: Je höher die Felge, desto besser die Aerodynamik. Aber auch: Je höher die Felge, desto schwieriger das Handling.

Gewichtsoptimierte Laufräder

Die Priorität dieser Räder liegt auf einem möglichst geringen Gewicht. Dies wird zum Beispiel mit flachen Felgen und einer reduzierten Speichenanzahl erreicht. Dieses Prinzip geht oft zu Lasten der Stabilität. Ein optimierter Laufradsatz wiegt in etwa unter 1400 g, besonders hochwertige und teure Modelle können sogar unter der 1 kg-Grenze bleiben. Auch das Material der Felgen ist für das Gesamtgewicht entscheidend. Während im Profi-Bereich leichte und steife Carbonfasern verwendet werden, kommt im sportlichen Amateurbereich häufig Aluminium zum Einsatz. Dies ist etwas schwerer, verfügt aber über bessere Bremseigenschaften. Einige Hersteller verbinden die positiven Eigenschaften beider Materialien und bieten Carbon-Laufräder mit Alu-Oberflächen an.   

Standard-Laufräder

Bei den Standard-Laufrädern werden für gewöhnlich keine extremen Prioritäten gesetzt, dennoch gibt es natürlich Unterschiede in Laufleistung, Performance, Gewicht, Aerodynamik, Langlebigkeit, Pannenschutz, etc. Grundsätzlich sind diese Laufräder aber für eine breite Masse konzipiert, so dass auch die unterschiedlichsten Fahrer gut mit ihnen zurechtkommen.   

Die Auswahl des Reifens

Im Großen und Ganzen werden Reifen in Drahtreifen, Schlauchreifen und Tubeless-Reifen unterschieden. Unterschiedliche Reifentypen erfordern unterschiedliche Felgen. Der Drahtreifen verfügt über eine verstärkte Reifenwulst, im Inneren befindet sich ein Schlauch der mit Luft gefüllt wird. Beim Schlauchreifen ist dieser direkt in den Reifen genäht und wird in die Felge geklebt. Schlauchreifen verfügen über ein geringeres Gewicht als Drahtreifen und bietet ein guten Fahrgefühl und oft auch einen geringeren Rollwiderstand. Tubeless-Reifen verfügen über keinen Schlauch und machen sich das speziell benötigte Felgendesign zu Nutze, um einen luftdichten Abschluss zu gewährleisten. Sie werden direkt unter dem Reifen aufgepumpt und verfügen über einen hervorragenden Pannenschutz sowie ein sehr gutes Rollverhalten aufgrund minimierter Reibung.

Der Einfluss der Bremse auf die Auswahl des Laufrads

Scheibenbremsen werden immer beliebter. Und gerade im Rennrad-Bereich bieten sie im Vergleich zu Felgenbremsen einige Vorteile. Die Auflagefläche an der Flanke, die eine Felgenbremse benötigt, fällt bei Scheibenbremsen weg. So ergibt sich eine größere Anzahl an Möglichkeiten für das Design von Laufrad und Felge, um zum Beispiel Verbesserungen bei der Aerodynamik zu erzielen. Die Bremskräfte von Scheibenbremsen sind für gewöhnlich höher als die von Felgenbremsen. Dies setzt gewisse Anforderungen an das Laufrad voraus. Ausreichend Speichen und eine stabile Nabe müssen für eine zufriedenstellende Steifigkeit sorgen. Diese Stabilität spiegelt sich in der Regel dann auch im Gewicht wieder. Leichte Carbonfelgen können mit den Scheibenbremsen ihr schlechteres Bremsverhalten, welches in Zusammenhang mit Felgenbremsen auftritt, wieder ausgleichen.   

Der Einfluss der Speichen auf das Laufrad

Die Speichen eines Laufrads können einen großen Einfluss auf das Gesamtgewicht haben. Speichen unterschieden sich zum einen durch das verwendete Material. Hier hat Stahl noch die Nase vorn, es gibt aber auch Speichen aus Aluminium, Carbon oder Titan. Sie alle sorgen für die nötige Stabilität des Laufrads und haben einen erschwerenden Einfluss auf das Gewicht. Zum anderen unterscheiden sich Laufräder auch in der Anzahl und Form der Speichen. Im Laufe der Entwicklung ist die Anzahl der Speichen insgesamt aber zurückgegangen, da verbesserte Materialien bei geringerer Anzahl einen ähnlichen Wirkungsgrad aufweisen. Es gibt runde und flache Speichen. Flache Speichen fallen durch einen geringeren Luftwiderstand bei gleichbleibender Steifigkeit auf – und durch einen für gewöhnlich höheren Preis. Sie werden auch als „bladed“ (= klingenförmig) bezeichnet. „Double butted“ Speichen verfügen über zwei unterschiedliche Durchmesser und sind besonders standhaft gegenüber höheren Belastungen.

Die Nabe

Bei der Auswahl der Nabe müssen Sie vor allem auf die Kompatibilität achten. Preisunterschiede kommen hier natürlich durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien auch zum Tragen. Je höherwertig die Qualität, desto höher ist meistens auch der Preis. An dieser Stelle sind auch wieder die persönlichen Präferenzen entscheidend. Werden zum Beispiel Lager aus Keramik verwendet, wirken diese sich positiv auf die Performance des Laufrads aus, weil die Reibung reduziert wird. Andererseits ist die Haltbarkeit geringer.

Tipps zur Wartung von Laufrädern

  • Bei der Verwendung von Felgenbremsen sollte die Felge regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Jeder Bremsvorgang sorgt für Verschleiß an der Felge. Auch verschlissene Beläge können die Felge beschädigen. Diese müssen regelmäßig gewechselt werden.
  • Das Säubern und Schmieren der Lager ist ein Vorgang um die Lebensdauer dieser zu erhöhen. Dies erfordert etwas Zeit und Geschick – wer unsicher ist sollte eine Fachwerkstatt zu Rate ziehen.
  • Nur ein zentriertes Laufrad sorgt für reibungslose Abläufe und verspricht eine hohe Lebenserwartung. Das Überprüfen der Speichenspannung kann jeder zu Hause einfach selbst erledigen.

 

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