Übersicht der gängigen Fahrradtypen

uebersicht-gaengige-fahrradtypenFahrrad ist gleich Fahrrad? Alle Fahrräder sind gleich? Rahmen, zwei Räder, Sattel und Lenker – fertig ist das Zweirad? Nein – so einfach ist das nicht. Es gibt für so gut wie jeden Zweck geeignete und spezielle Fahrräder.

Das gängige Cityrad

Bei den Fahrradgeschäften laufen Sie einfach gut! Vor allem Frauen und auch die „Generation 50 plus“ verlieben sich in dieses Fahrradmodell. City-Fahrräder bieten eine bequeme und auch entspannte Sitzposition, diese noch dazu relativ aufrecht. Gebückter Rücken samt entsprechender Schmerzen: Ade! Dank den dicken Reifen, Schutzblechen und Gepäckträger steht so der komfortablen Tour durch den Alltag und auch gemütlichen Wochenend-Ausflügen nichts mehr im Wege. City-Bikes haben meist eine wartungsfreundliche Nabenschaltung; noch dazu eine mehr oder weniger raffinierte Federung. Der Sitz dieses Zweirads ist auf Bequemlichkeit ausgelegt – daher ist der Sattel eher breit und weich. Für kürzere Touren also optimal, jedoch für längere Ausfahrten nicht so geeignet, da es sich bewahrheitet hat: Je weicher der Sattel, umso eher tut der Allerwerteste weh – spätestens wohl nach ca. 30 km Strecke.

Trekkingrad bzw. Tourenrad

Das Trekkingrad – früher Tourenrad genannt – ist mit rund 1,3 Millionen Stück pro Jahr wohl das absatzstärkste Bike in den deutschen Fahrradgeschäften. Dieses Fahrrad fährt sich auch in eher mäßigem Gelände noch recht gut; ist aber eigentlich für Straßenfahrten gedacht. Auf Asphalt ist das Trekkingrad mit dem schlanken Rahmen, mehr oder weniger schmalen Reifen mit 28 Zoll Rädern um einiges flotter und entspannter unterwegs als City- oder Mountainbikes. Der Untergrund sollte immer fest genug sein. Im richtigen Gelände kann man mit einem Trekkingrad leicht mal ausrutschen oder auch einfach steckenbleiben. Trekking-Bikes sind vor allem für längere Touren und auch für Reisen geeignet. Dank passender Schaltung sind auch steile Berge kein Problem. Der Fahrrad-Sattel ist hier schmaler als beim Cityrad – und auch fester. Er stützt so die Sitzknochen und längeren Touren steht nichts im Wege. Im guten Fachgeschäft erhalten Sie die richtige Beratung zu diesem Thema: Dazu muss der Sitzknochenabstand entsprechend ermittelt werden.

All-Terrain-Bike (ATB) – das Mix-Fahrrad

Das All-Terrain-Bike ist eine Mischung aus Trekkingrad und Mountain-Bike. Es eignet sich sowohl für die Straße, aber auch fürs Gelände. Die Akku-Lichtanlage passt zu den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung; die breiten Reifen als auch der 26-Zoll-Raddurchmesser und die fein abgestufte Übersetzung sorgen für einen standesgemäßen Vortrieb auch abseits asphaltierter fester Wege. Dank Steckschutzblechen kommt kein Schmutz auf die Kleidung. Die Gepäckträger sind montierbar, gelten aber bei der Zielgruppe der Jugendlichen als etwas uncool: Sie tragen ihre Schulsachen etc. lieber im Rucksack oder in der Umhängetasche. Der Sattel ist sportlich schmal und hart gehalten, da die Räder eher auch für kurze Strecken gedacht sind. Für die schnelle Fahrt zur Schule oder dem flotten Sprint zum Badesee bzw. zum Date in der Eisdiele – dafür ist es perfekt geeignet. Ein besonders bequemer Komfort spielt hier keine Rolle.

Mountain­bike (MTB) für den Offroad-Bereich

Das Mountainbike ist vorrangig für Gelände- und Berg-Touren gebaut. Die richtigen Sportler heizen mit ihren Bikes auf holprigen Wegen über waldige Hügel hoch und runter und haben jede Menge Fun dabei! Die Gangschaltung mit bis zu 30 Gängen und breitem Übersetzungsbereich ermöglicht es, auch steile Hänge recht entspannt hoch zu fahren. Dank grob profilierter 26-Zoll-Reifen geht es mit dem MTB auch ganz „easy“ über Stock und Stein. Neuerdings sind auch große 29-Zoll-Räder sehr angesagt. Die Bremsen des Mountain-Bikes sind meist sehr leistungsstark. Das Vorderrad ist zumeist fast immer gefedert (Hardtail); bei sogenannten „Fullys“ ist ebenso das Hinterrad gefedert. Viele Radfahrer mögen es auch im Stadtverkehr mit ihrem Wald- und Wiesen-Fahrrad unterwegs zu sein: Kopfsteinpflaster, Straßenbahnschienen, hohe Bordsteinkanten rauf oder runter – alles problemlos möglich mit einem MTB! Vielfahrer setzen hier dann allerdings eher auf schmalere Reifen. Als Sitzmöglichkeit ist hier ein etwas breiterer Rennsattel vorgesehen. Die größere Breite des Sattels verteilt die Kräfte, welche bei rauem Gelände auf den Hintern wirken, auf eine größere Fläche. Hartgesottene Gelände-Biker verzichten jedoch dankend auf diesen Komfort und nutzen lieber schmale Rennradsättel, denn im Extremfall steht der echte Mountainbiker sowieso auf den Pedalen.

Schnelles Rennrad

Rennräder sind bekanntermaßen Sportgeräte: Sie sind schnell, wendig und auch effizient. Aufgrund der flachen und nach vorne gestreckten Sitzposition, wird dem Fahrtwind so wenig Widerstand wie möglich entgegengesetzt. Der Sattel ist entsprechend schmal und darf nicht scheuern aufgrund der beim Treten mit rennrad-üblich hohen Trittfrequenz. Der Sitz muss leicht und auch hart sein – der Rennrad-Fahrer trägt Sitzpolster in seiner Hose für ein gutes Sitzen. Alles was nicht nötig ist bzw. zur Geschwindigkeit beiträgt, fehlt am Rad. So auch oftmals vorgeschriebenes Zubehör wie Klingel oder auch Reflektoren an Reifen und Pedalen. Bzgl. dem Licht gab es lange Zeit eine Sonderregelung: Bei Rennrädern reichte es seinerzeit noch aus, wenn der Fahrer Batterieleuchten zum Anstecken dabei hat. Jetzt sind statt der Dynamolichter an allen Fahrradtypen auch Akku-Leuchten erlaubt und genehmigt.

Sportliches Fitness-Rad

Wer wirklich sehr sportlich unterwegs ist, aber nicht kompromisslos aufs Rennrad umsteigen möchte, ist mit einem Fitnessrad perfekt beraten. Die Grundlage für dieses Vehikel ist die Rennradtechnik. Statt Rennlenker ist hier jedoch eine gerade Lenkstange montiert. Damit erhalten auch weniger geübte Fahrradfahrer eine angenehme Sitzposition. Links und rechts vom Lenker können noch „Hörnchen“ montiert werden; so hat man mehrere Griffpositionen zur Auswahl. Der Sattel ist identisch wie beim Rennrad: Möglichst schmal und hart. Sitzpolster gehören hier auch wieder in die Radler-Hose eingenäht.

Hollandrad – auch in Deutschland immer beliebter

Holland-Räder sind super bequem und nicht nur in besagtem Land DAS Stylo-Bike, das man bzw. frau haben muss! Das Holland-Rad wird in vielerlei Farben angeboten – es ist wirklich für jeden Geschmack das Passende dabei.

Wenn für Dich also Style an oberster Stelle steht und Du gerne und lieber gemütlich durch die Gegend radelst; Deine Einkäufe gerne im Fahrradkorb verstaust – dann ist es das perfekte Fahrrad für Dich! Raser sind für Dich ein absolutes „no-go“ auf dem Fahrradweg; Du lässt Dich nicht gerne stressen und gehst alles etwas ruhiger an – so wie mit Deinem Holland-Rad!

Wunderbar klein – das Faltrad

Wer häufig mit der Bahn, dem Auto oder dem Flugzeug unterwegs ist und auch am Zielort gerne sein eigenes Rad nutzen möchte, ist mit einem Faltrad bestens bedient: Falten – Verreisen – Fahren – besser geht es wohl nicht. Falträder lassen sich mit ein paar Handgriffen auf Reisetaschen-Format zusammenfalten. Kleine Räder und raffinierte klappbare Rahmen machen es möglich. Jedoch wird durch die kleine Bereifung die Vielseitigkeit eingeschränkt. Abseits von asphaltierten Straßen tut man sich mit dem Klapprad schwer und auch auf der Straße rollt es Prinzip bedingt schlechter als Räder mit größeren Reifen. Falträder sind kompakt gebaut, der Sattel wird hier wieder breiter und der Sitz passt sich der aufrechten Haltung an. Da diese Fahrräder zum einfacheren Transport auf eher weniger Gewicht getrimmt sind und auch meist nur für Kurzstrecken genutzt werden, montieren mittlerweile viele Hersteller leichte Rennradsättel. Wer das nicht mag, baut sich einfach etwas weicheres und bequemeres an.

E-Bike – Fahrrad mit Elektro-Antrieb

Mittlerweile gibt es alle Fahrradtypen auch mit Elektro-Unterstützung; Energie aus dem Akku hilft dem Radler beim Treten und erleichtert so bergauf fahren und ebenso allgemein gerade für ältere Leute sinnvoll, auch mal längere Strecken zu fahren. Bei zulassungs- und führerscheinfreien E-Fahrrädern ist mit der Motor-Unterstützung bei 25 km/h Schluss mit dem Antrieb. Elektro-Fahrräder werden aber immer besser: Im Jahre 2013 fielen bei einem Test der Zeitschrift test noch die meisten E-Bikes durch (u.a. wegen Lenker und Rahmenbrüchen). Bereits 2014 sah das Ergebnis schon viel erfreulicher aus: Immerhin 3 von 10 Modellen schafften die Note gut. Einige der untersuchten Modelle dieser E-Bike-Generation in der Preisklasse um 2.500 Euro haben nun stabilere und dickere Lenker und alle sind mit gut abgestimmten hydraulischen Bremsen ausgestattet. Außerdem sind die Akkus schließlich noch leistungsstärker geworden. Lag die Reichweite im Vorjahr noch bei 25 bis 80 km, waren es im Jahre 2014 unter identischen Bedingungen immerhin 60 bis 100 km.

Pedelecs mit Tiefeinstieg werden übrigens von Haus aus mit breiten und weichen Sätteln angeboten. Wer also gerne größere Strecken künftig mit solch einem E-Bike fahren möchte, sollte sich einen schmaleren, festeren Sattel gönnen. So wird die Gefahr eines schmerzenden Hinterteils gemindert.

Nun haben Sie einen Überblick über die wichtigsten und meist-gefragten Fahrradtypen erhalten. Außerdem gibt es noch zahlreiche Varianten, Zwischen- und Mischtypen. Nachfolgend noch einige Beispiele:

Mit dem Liegerad an die Spitze

Liegeräder sind aufgrund des geringeren Luftwidertandes, die schnellsten von Menschenkraft angetriebenen Fahrzeuge überhaupt. Sie erfreuen sich immer mehr Beliebtheit, wobei man sie noch nicht so oft auf deutschen Straßen sieht. Dank der strömungsgünstigen Vollverkleidung schafft ein gut trainierter Fahrer auf ebener Straße immerhin 80 km/h und mehr! Was noch relativ unbekannt ist: Sogar für Sandstrand und auch für Tiefschnee gibt es geeignete Liegeräder.

Fatbikes – super im Offroad-Bereich

Die sogenannten Fatbikes haben kurze Übersetzungen und extra dicke Reifen. So kommen die Radler auch bei tiefem und weichen Untergrund noch gut voran.

Cruiser – cool und stylisch

Wer sich in Fahrradkreisen entsprechend präsentieren möchte, sollte sich mal mit dem Thema Cruiser beschäftigen. Sie sind stilvoll und cool und kosten auch etwas mehr. Logisch: Je weniger Exemplare von einem Rad oder anderem produziert werden, desto teurer wird es. Spezielle Cruiser-Konstruktionen und edle spezielle Maßanfertigungen mit hochwertiger Ausstattung sind sogar kostspieliger als mancher Kleinwagen!