Wissenswertes und Tipps zu E-Bike Akkus

wissenswertes-tipps-e-bike-akkusBei einem E-Bike kann man Motor und Akku als wichtigste Einheit sehen – sie sind quasi das Herzstück eines jeden E-Bikes. Durch den Akku wird der Motor mit Energie versorgt, welche für den zusätzlichen Antrieb beim Fahren sorgt. Daher ist es wichtig, sich vor dem E-Bike-Kauf nicht nur über die unterschiedlichen Motoren, sondern auch über die verschiedenen Akku-Typen zu informieren, da sich diese sowohl in der Reichweichte als auch in der Handhabung deutlich unterscheiden können.

Wichtige Infos zur Akkutechnik von E-Bike Akkus

Bei Akkus von namhaften E-Bike-Antrieb-Herstellern wie z.B. Bosch, Yamaha oder Shimano ist die Qualität durchweg im hohen Bereich: Die mögliche Kapazität reicht dabei oft von ca. 400 – 625 Wattstunden. Jedoch kommt es auch stark auf den Einsatzzweck an – sobald an die Reichweite höhere Anforderungen gestellt werden, sollten Sie auf der sicheren Seite bleiben und die größtmögliche Kapazität wählen.

Durch was wird die Kapazität eines E-Bike Akkus bestimmt?

Durch die Ladungsmenge (Ah), die elektrische Spannung (V) und der daraus resultierenden gespeicherten elektrischen Energie (Wh) wird die kapazitative Eigenschaft eines Akkus bestimmt. Die Kapazität eines Akkus (Wh) lässt sich mit folgender Formel berechnen: Wh = V * Ah.

Dies bedeutet, dass je mehr Wattstunden (Wh) ein Akku bietet, umso leistungsstärker ist er. Wenn Sie nun unterschiedliche Akkus sinnvoll und effektiv vergleichen wollten, ist es wichtig auf die Wattstunden (Wh) und nicht auf die oftmals angegebenen Ampere-Stunden (Ah) zu achten.

Beispiel: Bosch Powerpack 500: 36v x 13,4 Ah ≈ 500 Wattstunden

Welches ist der richtige E-Bike Akku für mich?

Neben der möglichen Kapazität unterscheiden E-Bike-Akkus sich außerdem in der Handhabung; noch dazu beeinflusst die Position des E-Bike-Akkus den Schwerpunkt und dadurch das Fahrverhalten des Fahrrads. Daher spielt der verbaute Akku eine sehr wichtige Rolle bei der E-Bike-Wahl. Nachfolgender eine Übersicht der 3 verschiedenen E-Bike-Akku-Systeme für Sie:

-          Gepäckträger-Akku

Bei den komfortablen City E-Bikes sind Gepäckträger-Variante der Akkus mit 400 bis 500 Wattstunden Kapazität sehr beliebt. Der Akku lässt sich in dieser hohen Position sehr einfach entnehmen, es ist kein großartiges Bücken nötig. Noch dazu sind bei dieser Akku-Option auch Fahrradrahmen mit tiefem Einstieg möglich. Aufgrund der einfachen Konstruktion ist diese Variante speziell in der preisgünstigeren E-Bike-Klasse häufig in Gebrauch.

-          Rahmen-Akku

Im Bereich der Trekking-E-Bikes ist der aufgesetzte Powerpack-Akku mit einer Kapazität von bis zu 500 Wattstunden sehr gängig. Dieser Klassiker ist meist am Sattelrohr oder auf dem Unterrohr befestigt. Durch dieses System wird die Gewichtsverteilung enorm verbessert: Der Akku ist im Vergleich zur Gepäckträger-Variante in diesem Fall deutlich mittiger im Fahrradrahmen platziert. So ist auch das Entnehmen des Akkus weiterhin sehr einfach möglich.

-          Intube- oder Powertube Akku

Bei E-Bikes mit in den Rahmen integrierten Akkus wird aufgrund des tieferen Schwerpunkts die bestmögliche Fahreigenschaft und mit einer Kapazität von über 600 Wattstunden auch die größtmögliche Reichweite geboten. Vor allem bei sportlichen E-Mountainbikes und E-Trekkingbikes ist dies sehr beliebt – nicht nur aufgrund der aufgeräumten Optik, da der Akku nicht separat (auf-)sitzt, sondern quasi unsichtbar ist. Jedoch haben die massiven Rahmen mit den sogenannten Powertube- oder Intube-Akkus teils mehr Gewicht. Leider kann auch das Ein- und Ausbauen hier ggf. etwas komplizierter und umständlicher sein.

Wie ist die Laufleistung eines E-Bike-Akkus?

Lithium-Ionen-Akkus weisen nicht nur eine hohe Energiedichte auf, sondern noch dazu auch eine hohe Lebensdauer von immerhin 500 bis 1.000 Ladezyklen. Bzgl. dem Ladevorgang ist zu beachten, dass Akkus in der Praxis oft nur teils geladen werden. Wir der Akku z.B. zweimal von halb auf voll (also 50 auf 100 %) geladen, ergeben erst beide Teilladungen den kompletten Ladezyklus. Die Akkus sind übrigens nach 500 bis 1.000 Ladezyklen nicht auf einmal von jetzt auf gleich defekt; sie besitzen dann meist jedoch noch über die Hälfte der ursprünglichen Kapazität. Auch unsere Praxistests haben ergeben, dass in Fahrradwerkstätten häufig Inspektionen und Wartungsarbeiten an verschiedenen E-Bikes durchgeführt wurde, deren Akkus auch nach einem Zeitraum von 3 bis 5 Jahren ausreichend Kapazität besitzen und somit weiterhin gut genutzt werden können.

Unterschiedliche Reichweiten bei E-Bike-Akkus

Die Akkukapazität ist selbstverständlich ein mehr als wichtiger Faktor für die Entfernung, welche mit der Motorunterstützung zurückgelegt werden kann. Wichtig sind jedoch neben dem gewählten Unterstützungsmodus weitere externe Faktoren, welche sich entscheidend auf die mögliche Reichweite auswirken können. Nachfolgend besagte Faktoren mit möglichen negativen Auswirkungen in der Übersicht:

-          Umwelteinflüsse & Streckenprofil

Viele Steigungen bzw. Höhenmeter oder auch Gegenwind erhöhen beim Motor der Energieverbrauch.

-          Reifendruck & Reifenprofil

Grobes Profil am Fahrradreifen (wie beim E-MTB) oder auch ein zu niedriger Reifendruck sind für einen erhöhten Rollwiderstand verantwortlich. Den für Ihr Fahrrad korrekten minimalen und maximalen Reifendruck können Sie auf der Reifenflanke ablesen.

-          Gewicht & Zuladung

Das Systemgewicht – also E-Bike, Fahrer/in, Gepäck – alles zusammen – hat ebenfalls einen direkten Einfluss auf den Energieverbrauch des Motors.

-          Trittfrequenz & Fahrweise

Sie können natürlich in einem größeren Gang mit Motorunterstützung anfahren, jedoch kostet dies auch mehr Energie. Mit einer Kadenz (Trittfrequenz) im Bereich ab ca. 60 Kurbelumdrehungen pro Minute arbeiten E-Bike-Motoren im effizienten Bereich. Wenn Sie jedoch häufig (runter-)schalten – speziell an Steigungen oder beim Anfahren – können Sie die Reichweite so um einige km erhöhen.

Was macht einen modernen E-Bike Akku aus?

Dank der ausgefeilten Batterie-Management-Systeme (kurz: BMS) können Sie beim Laden mit dem Original-Ladegerät kaum etwas falsch machen. Das fälschlicherweise mancherorts empfohlene „Einfahren“ des Akkus, indem der Akku einmal komplett leergefahren wird, ist nicht notwendig.

Um dem E-Bike-Akku eine maximale Lebensdauer zu gewähren, sollten Sie jedoch auf einige Punkte in Sachen Lagerung und Temperatur achten.

Worauf ist bei Pflege und Lagerung eines E-Bike-Akkus zu achten?

Wenn Sie das E-Bike länger nicht nutzen, sollten Sie den Akku auf 30 bis 60 Prozent aufgeladen bei 10 bis 20 Grad Raumtemperatur lagern. Im Laufe der Zeit entladen sich die Akkus langsam, daher sollte dieser alle 2 Monate etwa überprüft und ggf. nachgeladen werden. Achten Sie darauf, den Akku nicht zu großer Hitze bzw. Kälte auszusetzen – das mögen die Lithium-Ionen-Zellen nicht. Im Hochsommer und auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nehmen Sie den Akku am besten mit in die warmen 4 Wände von Wohnung bzw. Haus oder auch mit ins Büro. Ebenso ist es sinnvoll den Ladevorgang bei der genannten Raumtemperatur durchzuführen.