Kettenschaltung am Fahrrad einstellen

kettenschaltung-am-fahrrad-einstellenDie Fahrradkette gehört zu den typischen Verschleißteilen am Bike. Früher oder später muss eigentlich jede Kette einmal ausgetauscht werden. Der Zeitpunkt hängt einerseits von der Häufigkeit des Gebrauchs und vom Fahrstil ab, anderseits auch von äußeren Umständen, wie zum Beispiel dem bevorzugten Untergrund oder den Wetterbedingungen. Eine gute Pflege, Reinigung und regelmäßige Schmierung kann das Leben einer Fahrradkette um einige hundert Kilometer verlängern.

Wenn Sie nun also eine starke Abnutzung an Ihrem Antrieb feststellen, zum Beispiel durch das Überprüfen mit einem Messschieber oder einer Kettenverschleißlehre, ist ein Wechsel fällig. Zum einen aus Sicherheitsgründen, zum Anderen um den gewohnten Schaltkomfort zu gewährleisten und auch die anderen Komponenten (Ritzel und Zahnkränze) nicht nachhaltig zu schädigen. Wenn Ritzel und Zahnkränze bereits einen Schaden genommen haben, rutscht auch eine nagelneue Fahrradkette beim Schalten durch.

Ist Ihre Kette noch in Ordnung oder Sie haben bereits eine Neue eingebaut, so muss die Schaltung vor dem Gebrauch neu eingestellt werden. Hierfür gehen Sie wie folgt vor:

Vorarbeiten, bevor Sie am Fahrrad die Kettenschaltung neu einstellen

  1. Prüfen Sie den Schnellspanner (beziehungsweise die Muttern) am Hinterrad und ziehen Sie diese gegebenenfalls fest. Das Hinterrad darf kein Spiel haben.
  2. Prüfen Sie auch das Schaltauge, es darf nicht verbogen sein. Dies kann durch einen Sturz oder Schlag schnell mal passieren. Das Schaltwerk  muss fest am Schaltauge angebracht sein.
  3. Kontrollieren Sie den kompletten Schaltzug und auch die Außenhülle auf Unversehrtheit. Ein beschädigter Zug sollte vorab ersetzt werden. Überprüfen Sie auch, ob der Zug exakt in der Nut der Klemmschraube liegt.
  4. Stellen Sie die Feinstellschrauben am Schaltwerk auf mittlerem Weg ein, also so, dass sie sowohl nach rechts als auch nach links beweglich sind. Die Schrauben am Schaltgriff sollten ähnlich eingestellt sein. Hierfür drehen Sie sie am besten zunächst fest und lösen anschließend zwei bis drei Umdrehungen. Im letzten Schritt kontrollieren Sie bitte noch, ob auch die Endanschlagschrauben mobil, aber nicht allzu leichtgängig, sind.

So stellen Sie das Schaltwerk bei der Fahrrad-Kettenschaltung ein

Im zweiten Schritt geht es um die Einstellung des Schaltwerks. Oftmals sind die dazugehörigen Einstellschrauben mit einem H (high) und einem L (low) gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung bezieht sich auf den Gang und die Geschwindigkeit. Bei hoher Geschwindigkeit (high gear, high speed) wird der kleinste Zahnkranz verwendet, die Schraube die mit H markiert ist stellt demzufolge für gewöhnlich das Limit des kleinsten Kranzes ein. Andersherum bei den vorderen Kettenblättern: hohe Geschwindigkeiten erfordern das größte Kettenblatt. Hier regulieren Sie mit der H-Schraube also das Limit des größten Kettenblattes.    

Um das Schaltwerk der Kettenschaltung zunächst grob einzustellen gehen Sie wie folgt vor:

  1. Stellen Sie Ihre Schaltung vorne auf das mittlere Kettenblatt und hinten auf den kleinsten Kranz. Bringen Sie den Bowdenzug wieder in eine stramme Position und befestigen Sie diesen mit der Klemmschraube.
  2. Mit der an der Schaltung befindlichen Einstellschraube stellen Sie den Bowdenzug so ein, dass nichts mehr rasselt – bei gleichzeitigem Drehen an der Kurbel.
  3. Schalten Sie einen Gang tiefer und beobachten Sie, ob die Kette dabei ordnungsgemäß „springt“, gegebenenfalls bessern Sie etwas nach, ebenfalls wieder unter gleichzeitigem Kurbeldrehen.
  4. Wiederholen Sie den Vorgang mit einem höheren Gang.
  5. Um den Schwenkbereich des Schaltwerks über die untere Schraube einzustellen, schalten Sie auf den größten Kranz. Der Schaltkäfig muss so positioniert sein, dass er sich genau in der Flucht unter dem größten Kranz befindet. Gehen Sie hierbei äußerst genau vor.

Hinweis: Um ungewünschte Gangwechsel zu vermeiden achten Sie bitte darauf, dass das obere Schaltungsrädchen einen Abstand von 1,5 bis 2,5 Kettengliedern zum Kranz hat. Ist dies nicht der Fall, können Sie den Abstand an der Stellschraube regulieren, welche sich etwas unmerklich hinter dem Schaltwerk befindet. Die Einstellung muss bei leicht gelöstem Schaltwerk erfolgen.

Um das Schaltwerk anschließend feiner einzustellen verwenden Sie die am Ende des Bowdenzuges befindliche Schraube. Schalten Sie in Schritten und beobachten Sie den Ablauf der Gangwechsel. Verläuft das Schalten nicht ganz reibungslos, können Sie dies an der Einstellschraube behutsam korrigieren.

So stellen Sie den Umwerfer der Kettenschaltung am Fahrrad neu ein

Im letzten Arbeitsschritt beschäftigen wir uns mit der richtigen Einstellung des Umwerfers. Dieser sollte genau parallel zu den Kettenblättern stehen. Im oberen Bereich sollten sein äußeres Leitblech und die Zahnspitzen des großen Kettenblattes einen maximalen Abstand von ein bis zwei Millimetern zueinander haben. Diesen Abstand stellen Sie wie folgt ein:

  1. Stellen Sie die Kette hinten auf das größte sowie vorne auf das kleinste Ritzel.
  2. Lösen Sie den Schaltzug vom Umwerfer.
  3. Mit der äußeren Einstellschraube wird der oben genannte Abstand reguliert.
  4. Überprüfen Sie, ob sich die am Schalthebel befindliche Einstellschraube sowohl nach rechts als auch nach links drehen lässt und klemmen Sie anschließend den Zug wieder an.
  5. Schalten Sie vorne auf das größte Kettenblatt.
  6. Mit der inneren Einstellschraube regulieren Sie nun den äußeren Anschlag des Umwerfers so, dass die Kette ohne Berührung am Leitblech vorbeiläuft. Die Feineinstellung erfolgt mittels der Einstellschraube am Schalthebel.
  7. Über die Spannschraube am Schalthebel stellen Sie die Zugspannung  ein.

Abschließend überprüfen Sie Ihre Einstellungen indem Sie intensiv rauf- und runterschalten. Verwenden Sie ruhig auch Kombinationen die Sie sonst nicht benutzen. Ziehen Sie an jedem Bowdenzug entlang des Fahrradrahmens und machen Sie anschließend auch eine Probefahrt mit umfangreichen Schaltvorgängen. Das Einstellen einer Schaltung erfordert viel Fingerspitzengefühl und mitunter auch Geduld. Möglicherweise müssen Sie Ihre Arbeit noch mehrmals minimal korrigieren. Gehen Sie mit den Einstellschrauben sensibel vor und tasten Sie sich mit Viertelumdrehungen an das optimale Ergebnis heran.